Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 131

Banjanen, Baniya ("Krämer"), die eine der beiden großen Gruppen indischer Einwanderer, die Deutsch-Ostafrika in wachsender Anzahl überfluten. Sie gehören zumeist der Kaste der Battia an und sind im Gegensatz zu den mohammedanischen Koja (s.d.) Hindu, deren Lebensweise durch zahllose Vorschriften (strengsten Vegetarismus, Verbot des Tötens irgendeines Tieres, gemeinsamen Essens, Berührung des Mundes durch die Hand oder das Trinkgefäß u. dgl. m.) außerordentlich beengt wird. Ihre Kleidung besteht in einem um die Hüfte geschlagenen Lendentuch aus feinem, rotgeränderten Baumwollstoff, dessen einer Zipfel von hinten nach vorn zwischen den Beinen hindurchgezogen wird. Zuhause bleibt der Oberkörper nackt; auf der Straße wird er mit einer dünnen Kattunjacke bekleidet. Den Kopf schmückt eine kleine, zerevisartige Mütze aus buntem Seidenstoff oder blaudurchwirktem Samt, oder ein roter, hornartig auslaufender Turban. Ihre Frauen bringen die B. höchst selten aus Indien mit, wohin auch sie selbst zurückkehren, sobald sie als Kaufleute, Krämer und Handwerker genug erübrigt haben. S.a. Inder und Schiiten.

Literatur: Reichard, Deutsch- Ostafrika. Lpz. 1892.

Weule.