| Banjang, Volk in Kamerun, das der Bakundugruppe der
Bantuneger
angehört. Sie sind mit ihren Nachbarn, den Keaka
(s.d.) und Obang (s.d.), nahe verwandt. Sie sitzen in der B.-
Bucht, dem Stromland des oberen Kreuzflusses, im Verwaltungsbezirk Ossidinge, und haben sich auch über das westlich
gelegene Obongbergland ausgedehnt. Ihre Zahl beträgt schätzungsweise
4500.
Sie treiben hauptsächlich Ackerbau,
daneben
vermitteln sie den Viehhandel vom Grasland des Baliplateaus an die Stämme der Ossidingebucht. Die Siedelungen
bestehen,
im Einklang mit der ausgedehnten Plantagenwirtschaft, in Straßendörfern
und Einzelgehöften. Ein wichtiger Handelsplatz mit Station und
europäischer
Faktorei ist Tinto (s.d.), an der Kreuzung
wichtiger Handelsstraßen. Mamfe (s.d.), der Hauptort des Bezirks, liegt
ebenfalls
im Gebiet der B. Im B.lande genießen eine bestimmte Klasse von Weibern,
die sog. Mboandemweiber, besondere Vorrechte und Verehrung. Ein Belegstück aus dem
auch hier blühenden Jujuwesen, die Nachbildung eines menschlichen Kopfes
mit Antilopenhautüberzug, gibt die Abb. 7 (Jujukopf) der farbigen Tafel
Kamerun wieder; eine Probe der auch hier recht
bemerkenswerten
Schnitzkunst der Schemel Abb. 6 ebenda. Zu der Schnitzarbeit aus dem
Vollen
tritt in diesem Bezirk auch noch eine Bemalung mit recht lebhaften
Farben.
Passarge-Rathgens. |