Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 131

Banjang, Volk in Kamerun, das der Bakundugruppe der Bantuneger angehört. Sie sind mit ihren Nachbarn, den Keaka (s.d.) und Obang (s.d.), nahe verwandt. Sie sitzen in der B.- Bucht, dem Stromland des oberen Kreuzflusses, im Verwaltungsbezirk Ossidinge, und haben sich auch über das westlich gelegene Obongbergland ausgedehnt. Ihre Zahl beträgt schätzungsweise 4500. Sie treiben hauptsächlich Ackerbau, daneben vermitteln sie den Viehhandel vom Grasland des Baliplateaus an die Stämme der Ossidingebucht. Die Siedelungen bestehen, im Einklang mit der ausgedehnten Plantagenwirtschaft, in Straßendörfern und Einzelgehöften. Ein wichtiger Handelsplatz mit Station und europäischer Faktorei ist Tinto (s.d.), an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen. Mamfe (s.d.), der Hauptort des Bezirks, liegt ebenfalls im Gebiet der B. Im B.lande genießen eine bestimmte Klasse von Weibern, die sog. Mboandemweiber, besondere Vorrechte und Verehrung. Ein Belegstück aus dem auch hier blühenden Jujuwesen, die Nachbildung eines menschlichen Kopfes mit Antilopenhautüberzug, gibt die Abb. 7 (Jujukopf) der farbigen Tafel Kamerun wieder; eine Probe der auch hier recht bemerkenswerten Schnitzkunst der Schemel Abb. 6 ebenda. Zu der Schnitzarbeit aus dem Vollen tritt in diesem Bezirk auch noch eine Bemalung mit recht lebhaften Farben.

Passarge-Rathgens.