Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 131

Banjeli, Ortschaft im Verwaltungsbezirk Sokode, im Bitjemgebiet nordwestlich Bassari in Togo. B. ist bekannt wegen des am Berge Djole zutage liegenden großen Lagers Eisenerz von hervorragender Güte. In der Umgegend von B. wird von den Eingeborenen in etwa 500 Hochöfen Eisen verhüttet und das gewonnene Produkt auf größeren Märkten an die umliegenden Völkerschaften, insbesondere an die Tim-, Bassari-, Kabure- und Konkombaleute verkauft, von denen es zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen verwendet wird. Die in B. gebräuchlichen runden Hochöfen sind aus Lehm gebaut; sie haben einen Durchmesser von etwa 1 m und eine Höhe von etwa 3 m; ihre Form ist leicht konisch, d. h. der Durchmesser an der Sohle ist etwas größer als jener am oberen Ende des Hochofens. S. Tafel 11. Das gewonnene Produkt sind 35-40 kg schwere Eisenluppenstücke, deren Form nicht selten an die eines Mühlsteines erinnert, aus dem ein Stück herausgebrochen ist, nur mit dem Unterschied daß die Ränder sehr zackig und unregelmäßig sind S. Tafel 11. Die durchschnittliche Jahresproduktion von Banjeli und Umgegend beträgt 400 t Eisen im Werte von 72000 M. Dem Landesfiskus des Schutzgebietes Togo ist eine Sonderberechtigung zum ausschließlichen Schürfen und Bergbau für Eisenerze im Bezirk Sokode erteilt und dadurch das Interesse des Fiskus an den Eisenerzlagern bei B. gewahrt worden. Die Bevölkerung von B. gehört der Gurmavölkergruppe an.

Literatur: F. Hupfeld, Die Eisenindustrie in Togo, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1899. - Dr. Koert, Das Eisenerzlager von Banjeli in Togo, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1906.

v. Zech.