Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 132

Banken. Die Kolonial-B. zerfallen nach der Art ihrer Tätigkeit in Handels-, Noten- und Hypotheken-B. Dazu kommen genossenschaftliche Personalkreditinstitute. Als Bank, welche die ersteren 3 Geschäftszweige umfaßt, arbeitet für Kiautschou die Deutsch- Asiatische Bank (s.d.) in Tsingtau. Eine weitere koloniale Notenbank besteht für Deutsch-Ostafrika in der Deutsch-Ostafrikanischen Bank (s.d.) in Daressalam. In Deutsch-Ostafrika ist ferner - mit dem Sitze in Tanga - die Handelsbank für Ostafrika (s.d.) tätig. In Deutsch-Südwestafrika befindet sich die Deutsche Afrikabank (s.d.) mit Niederlassungen in Windhuk, Swakopmund und Lüderitzbucht, ferner als städtisches Bodenkreditinstitut die Südwestafrikanische Boden-Kreditgesellschaft (s.d.). Ein ländliches, mit staatlichen Mitteln ausgestattetes Bodenkreditinstitut, die Landwirtschaftsbank für Deutsch-Südwestafrika (s.d.) ist im Juli 1913 gegründet worden. Daneben bestehen die Bankabteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika in Swakopmund und für genossenschaftlichen Kredit die Deutsch- Südwestafrikanische Genossenschaftsbank (s.d.) in Windhuk, die Darlehenskasse in Gibeon und der Swakopmunder Bankverein. Im Schutzgebiet Kamerun (in Duala) und im Schutzgebiet Togo (in Lome) befinden sich Niederlassungen der Deutsch-Westafrikanischen Bank (s.d.) in Berlin. In Deutsch-Neuguinea und in Samoa bestehen keine eigentlichen Bankinstitute, doch üben hier, sowie auch in anderen Schutzgebieten die daselbst befindlichen großen Handelshäuser und Gesellschaften die bankgeschäftliche Tätigkeit aus (vgl. auch Kreditwesen). Die Forsayth-Gesellschaft hat in Neuguinea kürzlich eine eigene Bankabteilung eingerichtet. - Außer diesen in den Kolonien arbeitenden B. gibt es in der Heimat noch eine Reihe von Bankunternehmungen, die sich speziell mit den Kolonien beschäftigen. Hierher gehört die Kolonialbank Act. Ges. in Berlin, die mit 1 Mill. M Kapital arbeitet. Ferner sind zu nennen das Von der Heydtsche Kolonialkontor in Berlin und das Nordische Kolonialkontor sowie das Deutsche Kolonialkontor in Hamburg. Die Tätigkeit dieser Institute besteht in der Hauptsache im Handel mit kolonialen Werten, sowie in der Finanzierung von Kolonialgesellschaften.

Zoepfl.