Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 132 f.

Bansso, Sudanstamm in Kamerun, auf dem Kumbohochland im Westen vom Hochland von Südadamaua, und zwar im Quellgebiet des Katsena Allah und der Nebenflüsse des Nün und Mbam. Dies Gebiet, das fast überall über 2000 m hoch gelegen ist, ist ein hügeliges Grasland, in das die Flüsse aber tief eingeschnitten sind. Die B. sind mittelgroß und wenig schön. Ihre Dörfer sind freundlich, liegen im grünen Busch und besitzen meist eine Versammlungshalle und eine Trinkhalle. Die Hütten sind 5-6 m hoch, geräumig und sauber und mit gepflastertem Fußboden. Ackerbau wird nur in den Tälern getrieben. Dort worden Mais, Durra, Planten, Bananen, Erdnüsse, Bohnen, Yams, Gemüse, Pfeffer, Zuckerrohr, Baumwolle und viel Tabak gebaut. Der Kolabaum ist häufig, und auch Gummi kommt vor. An Haustieren besitzen die B. Hühner, Schafe und Ziegen. Rinder besitzt nur der Häuptling. Dagegen wird eifrig Bienenzucht getrieben. Die B. sind ebenfalls eifrige Händler. An Handwerken wird geliefert: Töpferarbeit, Holzschnitzerei, Eisenarbeit, Stoff- und Mattenweberei. Die B. sollen ein Stamm der Tikar sein, die im Mbamtal sitzen. Ihre Zahl schätzt Glauning auf 20000 Seelen, die ziemlich dicht beieinander sitzen. Die größte Siedelung ist Kumbo, der Sitz des Häuptlings.

Passarge-Rathjens.