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Bantu, Bantuneger nennt die moderne Völkerkunde nach dem Vorschlage des Deutschen
Wilhelm Bleek alle Eingeborenen des südlichen Dreiecks Afrikas, soweit
sie durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sprachgruppe
charakterisiert
sind (s. Bantusprachen). Die
Nordgrenze der B. beginnt im Nordwesten im
Kreuzflußgebiet in Nordwest-Kamerun, verläuft dann im großen und ganzen
entlang der Linie zwischen Gras- und Waldland, wobei allerdings die
Fangvölker
einen fremden, seiner Zugehörigkeit nach noch nicht bestimmten
Bestandteil
bilden, und setzt sich ungefähr entlang dem 5. Grad n. Br. bis in die
Nähe des Zentralafrikanischen Grabens fort. Hier im Seengebiet fällt die Grenze dann sehr weit nach
Süden insofern, als über der älteren Bantuschicht eine jüngere
hamitische
lagert (Wahuma [s.d.] westlich vom Victoria, Massai
[s.d.] und Verwandte im Osten). Im Süden des Erdteils gehören nicht zu
den B. die hellfarbigen Afrikaner (Buschmänner [s.d.] und Hottentotten [s.d.]) und die Bergdamara (s.d.) oder Haukoin, deren Rassenstellung noch rätselhaft ist.
Vielleicht sind auch die Herero nordostafrikanischen,
hamitischen Ursprungs. - Körperlich sind Unterschiede zu den Sudannegern
kaum festzustellen; sprachlich hingegen bilden die B. einen scharf
umrissenen
Komplex. Kulturlich hebt sich aus der großen Menge vor allem der
westafrikanische
Kulturkreis heraus, der etwa das Kongobecken und Kamerun umfaßt, allerdings auch noch auf die Küste
von Oberguinea übergreift. Er ist ausgezeichnet durch eine weitgehende
Übereinstimmung sowohl des stofflichen wie des geistigen Besitzes mit
Melanesien und Indonesien (Knaufbogen mit Rotan-
oder Bambussehne, rechteckige Giebeldachhütte, Schild, Kleidung und
Schmuck
aus pflanzlichen Bestandteilen, Rindenstoff, Raphia, Schlitztrommel,
Masken-,
Geheimbund- und Fetischwesen, Anthropophagie usw.), deren Ursprung noch
der Erklärung harrt. Andere, weniger scharf umrissene Gruppen sind die
Kaffern (s.d.), die südwestlichen Bantu (Herero und
Ovambo, s.d.) samt deren Nachbarn, die
Lundavölker des südlichen Kongobeckens und die Bantu zwischen dem
Zentralafrikanischen
Graben und der Ostküste (s. Deutsch-Ostafrika, Bevölkerung).
Literatur S. Bantusprachen.
Weule. |