Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 136

Barombisee oder Barombi ba Kotto, auch Rickards-See, welchen Namen ihm 1877 sein erster Besucher, Missionar Cunter, gab, See am Nordostfuß des Kamerunbergs in 110 m Meereshöhe. Er ist vulkanischen Ursprungs und von rundlicher Gestalt, mit ungefähr 2 km Durchmesser. Ungefähr in der Mitte erhebt sich 30m hoch die kleine Insel Kotto, die aus blasiger Basaltlava aufgebaut ist und innen eine flachschüsselförmige Vertiefung hat. Nach Hassert, der den See 1907/08 auslotete, ist der B.- S. ein zusammengesetzter Krater, dessen ringförmiges Atrium zwischen dem äußeren Kraterwall und dem als Insel erscheinenden Zentralkegel sich mit Wasser füllte. Im Norden der Insel liegt eine kleine, unbewohnte, schroffwandige Klippe. Der Kraterrand ist schon stark zerstört. Einige kleinere Bäche fließen dem See zu, während ein anderer ihn mit dem Nundany-Koto und dadurch mit dem Meme verbindet. Der See wird vor allem durch Niederschläge gespeist und sinkt in der Trockenzeit um 15 cm. Seine Ufer sind mit dichtem Urwald bedeckt. Der Reichtum an Fischen, Wasservögeln und Papageien ist enorm. Die Insel trägt an der Ostseite ein Dorf von 300-400 Einwohnern, die zu den Barombi (s.d.) zählen. Sie fertigen Fetischmützen aus dem Gefieder der Graupapageien.

Passarge-Rathjens.