Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 139

Bassari, (Basari) Landschaft (s. Tafel 189) und Regierungsnebenstation im Verwaltungsbezirk Sokode in Nordtogo. B. besteht aus 15 Dörfern, welche sich um das sog. B.massiv (s. Togo 3. Bodengestaltung) herumgruppieren. Das Stammesoberhaupt der Bassariten hat seinen Sitz im Dorfe Okorre. Sein Machtbereich ist zeitweise über die Grenzen B.s hinausgegangen; doch scheinen die Machtverhältnisse ziemlich schwankend gewesen zu sein. Die Dagomba haben B. zweimal angegriffen und niedergeworfen. Der erste Einfall der Dagomba hat zu einer dauernden Abwanderung eines Teiles des B.volkes nach Osten und zur Begründung von Tschamba (s.d.) geführt. Auch von den Tschokossi (s.d.) ist B. vorübergehend unterworfen gewesen. Die Bassariten gehören der Gurmavölkergruppe an; doch macht sich unter ihnen vielfach Timeinfluß bemerkbar. Sie sind Ackerbauer und Viehzüchter und bekannt durch ihre Eisenindustrie. Sie gewinnen Eisen aus Roteisenstein, doch ist die Eisenverhüttung nicht so entwickelt wie im benachbarten Banjeli; hingegen sind die Bassariten sehr geschickt in der Verarbeitung des Eisens. Ihren wuchtigen steinernen Schmiedehammer wie auch den Gefäßblasebalg mit ziehharmonikaförmig gefaltetem Fellüberzuge zeigen die Abb. 6 u. 10 der Tafel 195. - Die Bevölkerung ist heidnisch. - Die 1897 begründete, am Fuße des B.massivs gelegene, dauernd von einem europäischen Beamten besetzte, Verwaltungszwecken dienende Nebenstation B. (s. Tafel 13) ist dem Bezirksleiter in Sokode unterstellt. Mit der Station B. ist eine meteorologische Beobachtungsstation höherer Ordnung verbunden. B. ist wichtiger Durchgangsplatz für den Sudanhandel (s. Togo, 11. Handel). Infolgedessen haben sich dort zahlreiche Mohammedaner angesiedelt, welche auch eine kleine aus Lehm gebaute und mit Gras gedeckte Moschee errichtet haben. S. Tafel 13. Für die durchziehenden Händler hat die Verwaltung in B. eine Herberge eingerichtet. Seehöhe 404 m. Mittlere jährliche Regenmenge 1310 mm (Mittel aus 10-11 Beobachtungsjahren). Bei B. befinden sich größere Regierungsversuchspflanzungen. Südlich von B. liegt das Aufforstungsgebiet Mo-Kamaá (s. Forstwesen). 13 km nordöstlich von B. befindet sich eine von einem weißen Landwirt geleitete Baumwollsaatzuchtstelle am Durchbruch des Kamaá durch den Tschatschamanade- Berg.

Literatur: B. Groh, Sprachproben aus zwölf Sprachen des Togohinterlandes, Mitt. d. Orient. Sein. 1911. - F. Hupfeld, Land und Leute in B., Beitr. z. Kol. Pol. u. Kol. Wirtsch. 1899/1900. - Ders., Die Eisenindustrie in Togo, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1899.

v. Zech.