Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 141f.

Batanga, Name von zwei Volksstämmen und einem Ort in Kamerun. 1. Die B. sind ein Volksstamm an der B.küste (s.d.) im Süden der Kolonie Kamerun. Sie gehören zu den Bantunegern und sind aus dem Innern gekommen, haben die Mabea aus ihren Wohnsitzen an der Küste vertrieben und sie in das Hinterland zurückgedrängt. Seit einigen Jahren droht aber den B. von den Fangstämmen der Bule (s. d.) und Jaunde (s.d.) das gleiche Schicksal. Die B. haben viereckige Giebeldachhütten. Sie bewohnen nur einen schmalen Küstenstreifen und leben meist vom Fischfang. Sie sind ausgezeichnete Seefahrer und trotzen in ihren Kanus der Gewalt der Kalema, jener kolossalen Brandung, die an der Westküste während des Südwinters manchmal steht. Ferner sind die B. Händler und unterhalten Handelsbeziehungen bis zur Station Jaunde. Sie sind schon stark von der europäischen Zivilisation beeinflußt. S. Groß-Batanga und Klein-Batanga. 2. Die B. sitzen am Nordabhang der Rumpiberge. Ihr Hauptort ist Mbele. - 3. B. ist ein Dorf im Bafialand in Südkamerun, 1 Stunde westlich von Tsintsui.

Literatur zu 1: Kund in Mitt. a. d. deutsch. Schutzgeb. 1888/89. - Pfeil in Mitt. a. d. deutsch. Schutzgeb. 1889.

Passarge- Rathjens.