Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 142 f.

Bataten (s. Abb.) oder süße Kartoffeln, die eßbaren Knollen einer Trichterwinde, Ipomoea batatas. Sie stammt aus dem tropischen Amerika und ist heute ein weitverbreitetes Nahrungsmittel der Eingeborenen aller Tropenländer. Die Knollen sind walzen- bis spindelförmig, von gelber bis roter Farbe und werden mehrere Kilogramm schwer. Ihr Nährwert beruht wie bei den Kartoffeln auf dem Gehalt an Stärkemehl. Da sie auch etwas Zucker enthalten, haben sie nebenher einen süßlichen Geschmack, der dem Europäer nicht immer zusagt. Sie werden roh oder gekocht gegessen. Auch stellt man aus ihnen ein Stärkemehl (Batatenstärke) her, das zum Backen und, ähnlich wie Arrow root oder Tapioka, zur Bereitung von Speisen verwendet wird. Für den Weltmarkt hat dieses Stärkemehl aber keine Bedeutung. Die jungen Blätter der Pflanzen werden als Gemüse gegessen. Die B. kann auch noch in subtropischen Gebieten kultiviert werden. Am besten soll sie auf leichtem, sandigen Boden gedeihen. Sie zeigt in dieser Beziehung viel Ähnlichkeit mit der echten Kartoffel. Auch übermäßige Feuchtigkeit, unzeitiger Regen und nasser Boden sagen ihr nicht zu. Man pflanzt sie aus Stecklingen in etwa 60 cm Abstand auf Kämmen, die ebensoweit oder etwas weiter voneinander entfernt sind. Die Ernte kann in den Tropen vom 3. Monat an erwartet werden und dauert etwa bis zum 6. Monat. In den Subtropen und in den höheren Lagen der Tropen wird die Anzucht im Mistbeet erforderlich. Die Batatenkultur ist namentlich in unsern tropischen, afrikanischen Kolonien und zwar vor allem in dem ostafrikanischen Zwischenseengebiet und in den Savannenhochländern Kameruns weit verbreitet.

Literatur: B. H. A. Groth, The sweet potato, Contributions from the Botanical Laboratory of the University of Pennsylvania, Vol. IV, Nr. 1, 1911, New York.

Voigt.