Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 143

Bati, Sudanstamm in Kamerun an beiden Ufern des Mbam bis zum Sanaga hin. Die B. sind als fleißiges und friedliches Volk von der einen Seite geschildert, als dreist und übermütig von der anderen. Sie haben lange Kämpfe mit den Wute (s.d.) zu bestehen gehabt. Sie sind große, schöne Gestalten mit sympathischen Gesichtern, sind anspruchslos und daher schwer für die europäische Kultur zu gewinnen. Heute noch sind sie in einer ständigen Bewegung nach Süden über den Sanaga hinüber begriffen, wo der Stamm der Mangissa zu ihnen gehört, und sie ändern ihre Wohnsitze darum häufig. Die B. wohnen meist in Einzelsiedelungen, in runden, aus Gras gefertigten Bienenkorbhütten. Das Vieh, das aber nur in Kleinvieh besteht, wird in rechteckigen Rindenhütten gehalten. Die Bewaffnung besteht fast nur in Pfeil und Bogen. Die B. sind ärmlich im allgemeinen, weil sie früher sehr von den Wute unterdrückt wurden, die in das Gebiet der B. häufig Sklavenzüge unternahmen, weil die schönen B.Sklaven in ganz Adamaua sehr gesucht waren.

Passarge-Rathjens.