Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 145

Bauholz. Die Schutzgebiete Kamerun und Deutsch-Ostafrika sind reich an wertvollem B. und Edelholz; aber diese Hölzer ermangeln noch ihres Absatzgebietes auf dem Weltmarkt, da die Verwertung der reichen Holzbestände infolge der noch wenig entwickelten Verkehrswege und infolge des Mangels an Sägewerken u. dgl. noch auf große Schwierigkeiten stößt; diese werden sich aber mit der Zeit überwinden lassen. Als wichtige B. sind zu nennen:
1. in Deutsch- Ostafrika die Zeder (s.d.), dem Wachholder nahestehend, z. B. im Schumewald von Usambara, bei 25 m Höhe mit 80 cm Durchmesser in Mannshöhe; das Mwuleholz, ähnlich dem Tiekholz (Chlorophora excelsa, s.d.), schlank, mit hochangesetzter Krone, ameisenfest, zur Möbelherstellung geeignet; Podocarpus, eine Nadelholzart; das hellbraune Queoholz; ferner Mninga und das sog. rote Eisenholz (s.d.), Kamballa; dies ist oft so hart, daß es sich nicht nageln oder sonst bearbeiten läßt.
2. In Kamerun zahlreiche in den Namen schwankende, nach ihrem Herkommen und ihrer Natur noch nicht genügend erforschte mahagoni-, eichen-, tiek- und pitchpineartige Hölzer.
3. In Deutsch- Neuguinea das vorzügliche Holz von Afzelia bijuga (s.d.), dem Tiekholz durchaus gleichwertig, für die Zwecke des Schiffsbaus in hohem Grade geeignet. Die Ausbeutung der reichen Bestände ist eingeleitet. Deutsch-Südwestafrika ist arm an B. - Das heimische B. ist in den Schutzgebieten nur mit Vorsicht zu verwenden, weil es an den meisten Orten in kurzem von den Termiten, bei Seebauten vom Bohrwurm (s.d.) stark angegriffen wird. S.a. Nutzhölzer, Forstwesen und Urwald.

Literatur: Jentsch, Der Urwald Kamerum. Beihefte zum Tropenpflanzer. Bd. XII. März 1911.

Baltzer.