Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 146

Baumann, Oskar, Geograph und Forschungsreisender, Dr. phil., geb. 25. Juni 1864 zu Wien, gest. 12. Okt. 1899 das. B. bereiste 1885 mit Lenz (s.d.) den Kongo und besuchte auf der Heimreise 1886 Fernando Po. 1888 begleitete er Hans Meyer (s.d.) auf seiner zweiten Kilimandscharo- Expedition, die zwar durch die Gefangennahme der Reisenden vereitelt wurde, aber doch B. Gelegenheit zur Erforschung Usambaras gab; diese setzte er 1890 im Auftrage der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft fort. Das Antisklavereikomitee (s. Antisklavereibewegung) entsandte ihn 1892 zu einer Rekognoszierung von Tanga durch die noch unbekannten Massailänder zum Victoriasee, wobei B. den Manjara- und Ejassisee entdeckte. Vom Victoriasee zog er dann durch Ruanda und Urundi zum Tanganjika; in den Urundibergen glaubte er irrtümlich die Mondberge der Alten mit den Nilquellen entdeckt zu haben. 1895 erforschte B. das Panganital und die Inseln Sansibar, Pemba, Mafia. 1896 wurde er österreichischer Konsul für Sansibar. Schriften und Karten: Fernando Po und die Bube, Wien 1887; In Deutsch-Ostafrika während des Aufstandes, Wien 1890; Usambara und seine Nachbargebiete, Berl. 1891; Karte des nordöstlichen Deutsch-Ostafrika, Beil. 1893; Durch Massailand zur Nilquelle, Berl. 1894; Die kartographischen Ergebnisse der Massai-Expedition des Deutschen Antisklavereikomitees, Ergänzungsheft 3 zu Peterm. Mitteil., Gotha 1894; Der Sansibar-Archipel, Lpz. 1896/97.