Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 147

Baumgrenze. In jedem Gebirge, das über eine gewisse Höhe hinausreicht, macht man die Beobachtung, daß der Baumwuchs an bestimmter Stelle aufhört, daß darüber hinaus nur noch Sträucher, Stauden und Kräuter zur Entwicklung gelangen. Die B. liegt nicht überall auf der Erde in gleicher Höhe über dem Meeresspiegel, sondern sie ist abhängig in erster Linie von den jeweilig herrschenden klimatischen Faktoren. In Usambara in Deutsch-Ostafrika hört der geschlossene Wald vielfältig da schon auf, wo er am Kilimandscharo erst anfängt, um sich dann noch 1000 m höher zu erstrecken. Die mit der Höhe abnehmenden Temperaturgrade und mit der Höhe zunehmenden Wirkungen des Windes sind es namentlich, die auf die B. einen bestimmenden Einfluß ausüben, auch Regenmengen, Nebelbildungen, Neigung des Geländes zum Horizont spielen eine nicht unwichtige Rolle.

Volkens.