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Baumwolle (s. Farbige Tafel
und Tafel 15).
1. Allgemeines und Botanisches. 2. Kultur. 3. Nebenprodukte. 4. Die
Baumwollfrage. 5. B.-bau in den deutschen Kolonien. 6. Wichtigste Krankheiten
und Schädlinge.
1. Allgemeines und Botanisches. B. nennt man die Samenhaare
verschiedener
Arten der Gattung Gossypium (Fam. der Malvaceen); sie ist die wichtigste
Gespinnstfaser der Welt. Folgende Gossypiumarten kommen für die
Gewinnung
der B. in erster Linie in Betracht: G. hirsutum L., G. barbadense L.,
G. herbaceum L. und G. peruvianum Cav. Diese Arten, ursprünglich
perennierende
Gewächse, in der Kultur größtenteils einjährig gezogen, entwickeln sich
dabei strauchförmig, nehmen aber im perennierenden Zustand oft
baumartigen
Charakter an (namentlich G. peruvianum). Sie unterscheiden sich
vornehmlich
durch Form und Behaarung der Blätter, Farbe der Blütenblätter, äußere
Beschaffenheit der Samen und der Samenhaare. Frucht eine meist
fünffächerige,
fachteilig aufspringende Kapsel, in jedem Fach mehrere, entweder einzeln
liegende oder zu Ballen verklebte Samen enthaltend. Samen nach
Entfernung
der langen Haare (Baumwolle) entweder nackt oder mit einem dichten
kurzhaarigen
Filz (Grundwolle) bedeckt. Die B. faser (anatom. Beschaffenheit und
mikroskopische
Bilder s. Oppel S. 112ff) wechselt in ihren Eigenschaften je nach
botanischem
Typ, Wachstumsbedingungen, Reife und Grad der Züchtung. Ausschlaggebend
für Bewertung und Art der Verwendung sind Länge und Breite der Haare,
Dicke der Zellwand (Festigkeit), Glanz und Farbe. Der Längengrad wird
als Stapel bezeichnet; man unterscheidet kurzstaplige (Länge unter 25
mm), mittelstaplige (L. 25-30 mm) und langstaplige (L. über 30 mm). Zu
den langstapligen Sorten gehören Sea Island, brasilianische und
ägyptische,
mittel- bis kurzstaplig ist die indische B., während die Upland-Sorten
und - Rassen alle drei Typen aufweisen. Sea-Island und ägyptische B.
sind
durch Weichheit und seidigen Glanz, indische durch rauhe, feste Faser
ausgezeichnet. Der Durchmesser der Haare wechselt zwischen 11,6 (Sea-
Island)
und über 25 Tausendstel Millimeter. (Einzelheiten bei Oppel.) - In den
deutschen Kolonien werden die folgenden (botanischen) Arten von B.
kultiviert:
1. G. hirsutum L., Upland-B. Stammt wahrscheinlich aus Mexiko. Blätter
3- 5lappig, mattgrün; jüngere Zweige, Blatt- und Blütenstiele und
Blätter
(namentlich Unterseite) mit Behaarung von wechselnder Stärke; Blüte
gelblich-
weiß oder zarthellgelb, beim Welken rosenrot bis karmin; Früchte bei den
einzelnen Kulturformen verschieden groß, entfalten in jedem Fach 6-8
Samen;
Samen mit schmutzigweißem bis graugrünem dichten Filz bedeckt. B. weiß,
Stapellänge 20 bis über 30 mm. Zahlreiche Zuchtformen und Rassen, besonders in Nordamerika, neuerdings durch
systematische Züchtung herangebildet. - 2. G. barbadense L., Sea-
Island-B.
stammt aus Westindien. Blätter 3-5-, meist 5lappig, lebhaft saftgrün,
mit meist lang zugespitzten Lappen, beiderseits unbehaart; Blüte
leuchtendzitronengelb,
beim Welken in rotgelb oder rötliches Braungelb übergehend, am Grunde
der Blütenblätter ein tiefbraunroter Fleck; Samen zu durchschnittlich
je 6 in jedem Kapselfach, schwarzbraun und nach Entfernung der B. nackt.
B.faser weiß, Stapellänge 35-45 mm. Zahlreiche Zuchtformen, Rassen und
Bastarde, namentlich in Ägypten (G. barbadense bildet die Grundlage der
verschiedenen Sorten ägyptischer B.).
- 3. G. herbaceum L., Indische B. Stammt aus Indien. Pflanze in
einjähriger
Kultur durchschnittlich kleiner bleibend, als die beiden vorigen.
Blätter
3-5-, selten 7lappig, mit eiförmigen, am Grunde verschmälerten, meist
wenig zugespitzten Lappen. Blütenblätter gelb, mit dunkelrotem Fleck am
Grunde, beim Welken rötlich; Kapsel 3-5fächerig, in jedem Fach 5-7
Samen;
Samen mit grauem oder grünlichem Filz; B. weiß, gelb oder bräunlich-
gelb,
Stapellänge 20-26 mm. - G. peruvianum Cav., Peruanische oder Nieren-B.
(engl. Kidney Cotton). Stammt aus Südamerika. Bei perennierender Kultur
bis 5 m hohe baumartige Stämme bildend. Blätter 3-5lappig. Blüten gelb,
oft mit dunkelrotem Fleck am Grunde; Kapsel mit ziemlich langer Spitze,
in jedem Fach 5-10, meist 6-8, zweireihig zu nierenförmigen Ballen
miteinander
verklebte Samen enthaltend (daher der Name "Nieren-B."); Samenschale
nackt;
B.faser weiß oder gelblich. - Außer den genannten findet sich im
tropischen
Afrika weit verbreitet die dort einheimische G. arboreum L. Sie wird
vielfach
als Nebenkultur in Feld und Garten von Eingeborenen und Arabern
kultiviert,
findet sich aber auch wild. Erreicht in perennierendem Zustand bis 6 m
Höhe. Von den vorgenannten Arten durch ihre roten Blüten leicht
unterscheidbar.
Ihre B.faser ist minderwertig, wird nur im Lande selbst verarbeitet und
gelangt nicht in den Welthandel. In den zahlreichen Kulturgebieten sind
Varietäten und Rassen und - bei der ausgesprochenen Neigung der
B.pflanze
zur Bastardierung - auch Bastardformen in sehr großer Mannigfaltigkeit
und Zahl entstanden (vgl. Watt und Leake). Außer der empirischen
Zuchtwahl
hat aber in den letzten Jahrzehnten - vor allem bei der Upland-B. - die
systematisch betriebene Züchtung zur Ausbildung zahlreicher Typen
geführt,
von denen einige auch über das engere Anbaugebiet hinaus Bedeutung für
die Kultur erlangt haben. Die Zuchtziele wurden und werden teils durch
spezielle örtliche Vorbedingungen des Anbaugebiets (z.B. kurze Dauer der
Vegetationsperiode), teils durch wirtschaftliche Bedürfnisse, teils
durch
Anforderungen von Handel und Industrie,
endlich auch durch das Auftreten gefährlicher Schädlinge (z.B. des
mexikanischen
Rüsselkäfers in Nordamerika) bestimmt. Man züchtet u.a. auf Frühreife,
Habitus (Verzweigung und Belaubung), Reichfrüchtigkeit, Kapselgröße,
Ertrag,
Faserprozent (s.u.), Länge, Farbe und Glanz der Faser. Den züchterischen
Arbeiten in den deutschen Kolonien ist für die Zukunft besondere
Bedeutung
beizumessen. In den letzten Jahren sind unter dem Namen Caravonica gewisse Zuchten aus Queensland häufig
genannt worden; sie wurden auch in Deutsch-Ostafrika eingeführt. Es handelt sich dabei um
Rassen
von Sea-Island und Peru-B., sowie um Kreuzungen zwischen beiden. Die
Versuche
haben nur stellenweise zu guten Ergebnissen bezüglich Ertrag und
Faserqualität
geführt; noch bleibt abzuwarten, ob und wie weit die Sorten beständig
sind.
2. Kultur. Die B. wird in den wichtigsten Produktionsgebieten
der Welt und auch in den deutschen Kolonien in einjähriger Kultur
angebaut.
Perennierender Anbau ist unzweckmäßig wegen Nachlassens der Erträge,
Verschlechterung
der Qualität und Anhäufung von Schädlingen. Bezüglich der
Bodenbeschaffenheit
ist die B. nicht gerade wählerisch, und sie gedeiht auf den
verschiedensten
Bodenarten, sofern diese nur ein ausreichendes Kapital der nötigen
Pflanzennährstoffe
und gewisse physikalische Eigenschaften (z.B. leichte Durchlüftbarkeit)
besitzen; stauende Nässe, im Untergrund ist schädlich. - Die Ansprüche
der B.-Pflanzen an das Klima stehen in
engem
Zusammenhang mit der Herkunft aller kultivierten B.-Arten aus der
Tropenzone:
sie stellen sich dar im ausgesprochenen Bedürfnis nach Sonnenschein,
Luft-
und Bodenwärme. Die mittlere Lufttemperatur soll während der
Wachstumsperiode
15° C nicht unterschreiten. Günstige Verteilung der Niederschläge ist wichtig. Stärkere und
häufigere
Regenfälle während der Blütezeit und der Fruchtreife sind schädlich.
Daher
sind Anbaugebiete mit einer geschlossenen Regenperiode solchen mit zwei
Regenzeiten vorzuziehen. (Züchtung frühreifer
Rassen!) - Wichtig ist Verwendung akklimatisierter Rassen und reinen
Saatgutes,
d. h. Abwesenheit von Saat fremder Rassen und Varietäten, die später zur
Bastardierung und damit zur Verminderung der Qualität führen kann. Für
gute Bodenlockerung und Entfernung des Unkrauts ist bis zur Reifezeit
zu sorgen. Reinkultur ist der Mischkultur
vorzuziehen. (Im übrigen vgl. Semler, Oppel, Fesca,
Zimmermann, Denkschrift Baumwollfrage.) - Anbau mit Bewässerung, wie
z.B.
in Ägypten und Turkestan allgemein üblich, wird in den deutschen
Kolonien,
von kleinen Versuchen abgesehen, noch nicht betrieben. - Ernte. Das
Erntegeschäft
beginnt, sobald die B.-Faser aus den geöffneten Kapseln hervortritt. Auf
reinliche Einsammlung des Produkts ist besonders zu achten: Vermischung
mit Laubteilen und Erde setzt Güte und Preis herab. Nach der Ernte sind
alle B.-Sträucher nebst den Wurzeln aus der Erde zu entfernen und zu
vernichten,
um Anhäufung und Vermehrung von Schädlingen (s. u.) zu verhindern. -
Erträge.
Als gute Durchschnittsernte gelten für Upland-B. in Nordamerika 1 Ballen
Lint-B. pro ha, in Fergana (Bewässerungskultur!) nahezu 2 Ballen, für
ägyptische B. in Ägypten (Bewässerungskultur!) 1 1/2 Ballen und darüber
(d.h. 750 bis 900 lbs.). Für die deutschen Kolonien lassen sich
brauchbare
Ertragszahlen noch nicht aufstellen. - Erntebereitung. Gliedert sich in
Entkörnen ("Ginnen") und Pressen. Das Entkörnen, d.h. die Trennung der
Faser von den Samen, geschieht in den Entkörnungsanstalten ("Gin-
Stationen")
mit besonderen Maschinen ("Gins"), von denen zwei Arten: "Walzengins"
und "Sägegins" unterschieden werden. Erstere werden für die
langstapligen
Sea-, Island- und ägyptischen B.-Sorten verwendet, letztere für die
Upland-B.
Die Roh-B. enthält 25-40, durchschnittlich 30-33 % reine B.-Faser
("Lint").
Das Gewichtsverhältnis von Samen zu Lint ("Faserprozent") wechselt auch
bei Rassen einer und derselben Art und Varietät. Die entkörnte B. wird
alsdann in besonderen Pressen verschiedener Konstruktion zu Ballen von
einem Normalgewicht von 500 lbs., in den deutschen Kolonien von 250 kg
gepreßt. (Gewichte der Ballen in fremden Ländern in der
Denkschrift
Baumwollfrage S. 195 bis 197.) In Nordamerika findet neuerdings auch
eine
Nachpressung ("compress") statt, um das Volumen der Ballen zu vermindern
(ebenda S. 196 ff.). Sorgfältige Verpackung der B.-Ballen. (in
Jutestoff)
für den Versand ist wichtig (Verhandl. Baumwollbau-Kommission KWK.).
3. Nebenprodukte: B.saat, B.öl, B.preßkuchen, Linter-B. und
Samenschalen
tragen wesentlich zur Rentabilität des B.baus bei. a) B.saat. Während
von allen übrigen Feldfrüchten der Produzent das erforderliche Saatgut
zurückbehalten kann, ist das bei der B.kultur nicht möglich - es sei
denn,
daß der Pflanzer selbst eine Entkörnungsanstalt besitzt. Unter diesen
Umständen ist es unerläßlich, die einzelnen Anlieferungen von Roh-B.
("Saat-B."),
soweit die anfallende Saat wieder für Aussaatzwecke benutzt werden soll,
getrennt zu entkörnen und Vermischungen zu vermeiden. Besonders wichtig
in allen Gebieten, in denen noch mit verschiedenen B.arten und -sorten
versuchsweise gearbeitet wird und wo noch keine "ausgeglichenen"
Züchtungen
allgemein Verwendung finden. b) B.öl. Aus dem B.samen läßt sich durch
Pressen unter Erwärmung zu 12-24% durchschnittlich bei Upland-B. 15-17,
bei ägyptischer B. 22-24% - ein fettes Öl erhalten, das für technische
und Speisezwecke mannigfache Verwendung findet. Gewinnung in besonderen
Ölmühlen (vgl. Denkschrift Baumwollfrage S. 208-218). - c) Die
Rückstände
von der Ölgewinnung kommen entweder in Form von Preßkuchen oder -
gemahlen
- als B.saatmehl in den Handel. Wegen ihres hohen Eiweißgehalts (bis zu
51% Rohprotein) als Kraftfuttermittel sehr geschätzt. - d) Linter-B. Vor
dem Schälen der B.samen (s.u.) wird neuerdings der den Samen gewisser
Arten anhaftende Filz (Grundwolle, s.o.) mit besonderen Maschinen
entfernt.
Dieses, als Linter oder Linter-B. bezeichnete Material wird zur
Herstellung
von Filzen, Watte usw. verwendet (Denkschrift Baumwollfrage S. 206). -
e) Vor der Ölgewinnung wird die B.saat geschält. Die Schalen dienen in
Form von Kleie als Futtermittel
oder
auch als Brennmaterial.
4. Die Baumwollfrage. Um die heimischen Industrien im
Rohstoffbezuge
nach und nach unabhängiger vom Auslande, insbesondere von Nordamerika
zu machen, haben die europäischen Kolonialmächte in neuerer Zeit der
Einführung
bzw. Ausbreitung der B.kultur in ihren Besitzungen große Bemühungen
gewidmet.
Deutschland ist hierin vorangegangen, dank der Initiative Karl Supfs
(s.d.),
des Vorsitzenden des Kolonialwirtschaftlichen Komitees. (Denkschrift
Baumwollfrage,
Berichte des KWK. und seiner Baumwollbaukommission sowie K. Supf, Deutsche Kolonialbaumwolle, Berl. 1909.)
5. B.bau in den deutschen Kolonien (Veröff. d. RKA. Nr. 6 [II. B.-
Denkschr.]). Nur Deutsch-Ostafrika, Kamerun und
Togo kommen in Betracht; die Südseebesitzungen
scheiden aus klimatischen Gründen, der Norden von Deutsch-Südwestafrika der Arbeiterverhältnisse wegen
aus. - a) Deutsch-Ostafrika. Hauptanbaugebiete in der Küstenzone und den
Bezirken Morogoro und Muansa. Europäische und Eingeborenenkultur.
Vorwiegend ägyptische Sorten (G. barbadense), in geringerem Umfange und erst in
neuester Zeit versuchsweise Upland-B., bei den Eingeborenen im Muansabezirk auch
peruanische B. (vor der Okkupation
eingeführt). - b) Togo. Nur Eingeborenenkultur, namentlich in den Bezirken
Misahöhe, Atakpame und Sokode. In erster Linie akklimatisierte Sea-Island,
Typus Ho; daneben stellenweise die sog. Kpandu-B.
(Bastard von Sea-Island und peruanischer B.) und Küsten-B. (Bastard von Upland-
und indischer B.). Alle genannten Sorten sind vor der Okkupation des
Schutzgebiets eingeführt worden (Busse, Tropenpflanzer, Beih. 1906).
- c) Kamerun. Im Graslande, namentlich im Tsadseegebiet von alters her
bei den Eingeborenen ausgedehnte B.kultur für den eigenen Bedarf.
Europäerpflanzungen
bestehen nicht. Über die daselbst eingebürgerten Arten und Sorten ist
Näheres noch nicht bekannt. (Ausfuhrstatistik s.u.) - Zur Förderung des
B.baus sind von der Kolonialverwaltung
seit 1910 in den drei genannten Kolonien
10 eigene landwirtschaftliche Versuchsstationen
errichtet worden (s.B. Stationen),
ferner
wirken in Deutsch-Ostafrika und Togo europäische Wanderlehrer (Bezirkslandwirte, s.d.), auch werden
farbige
Wanderlehrer ausgebildet. Das KWK. errichtet Entkörnungsanstalten,
unterhält
Aufkaufmärkte und leistet Transportbeihilfen usw. (Über die Arbeiten der
Kol.-Verwaltung und des KWK. zur Förderung der B.kultur in den
Schutzgebieten
vgl. Denkschrift Baumwollfrage S. 114ff. u. II. B.-Denkschr.) - Die
Ausfuhr
aus Deutsch-Ostafrika betrug 1910: 2490, 1911: 4320, 1912: 7530 Ballen,
aus Togo in den gleichen Jahren mit geringen Schwankungen
durchschnittlich
je 2000 Ballen.
6. Wichtigste Krankheiten und Schädlinge (s. Tafel 16). Der gefährlichste
aller B.schädlinge, der in Nordamerika so verhängnisvoll gewordene
Mexikanische
Rüsselkäfer (Anthonomus grandis
Boh., Boll weevil) ist in den deutschen Kolonien, wie
in Afrika überhaupt, noch nicht aufgetreten. Um die Einschleppung dieses
und anderer Schädlinge zu verhüten, sind von den Gouvernements der
fraglichen
Kolonien besondere Verordnungen,
betr. Einfuhr und Untersuchung von B.saat, erlassen
worden.
- A. Pflanzliche Parasiten: Neocosmospora vasinfecta Smith, erzeugt die
Welkkrankheit (Wilt disease),
Uredo
Gossypii Lag. den B.rost, Colletothrichum Gossypii Southw. die
Anthraknose,
verschiedene Pilze sind bei der Mosaikkrankheit beteiligt. (Im übrigen
ausführliche Zusammenstellung bei Zimmermann.) -B. Tierische Schädlinge
(bei Aulmann und Zacher): Blattläuse
(Aphiden) und Kleinzirpen (Cicadelliden) saugen an Blättern und grünen
Trieben, erstere unter Absonderung des Honigtaus (Mafuta in Deutsch-
Ostafrika,
Nedwet el assal in Ägypten), in dem sich oft Rußtaupilze ansiedeln; die
Cicadelliden rufen in Deutsch-Ostafrika Erscheinungen der Kräuselkrankheit hervor, die übrigens
auch anderen Ursprungs sein kann; Rotwanzen (Dysdercus-Arten) und die
kleine Baumwollwanze (Oxycarenus hyalinipennis
Costa)
beschädigen die unreifen Kapseln und beschmutzen die Faser; der
Stammringler
(Alcides brevirostris), die Stammbohrer (Sphenoptera-Arten) und die
Stengelspitzenbohrer
(Earias-Arten, insbesondere Earias insulana; (s. Tafel 16)) schädigen
die oberirdischen Triebe; die Blätter werden u. a. benagt und zerfressen
von den Raupen des Blattrollers (Sylepta
derogata), der Prodenia litura, der Chloridea-, Agrotis- und Heliothis-
Arten und verschiedenen Käfern; die Kapseln werden angefressen außer
durch
schon genannte Insekten vom
Sudankapselwurm
(Diparopsis castanea) und dem Stengelspitzenbohrer (Gelechia
gossyssiella),
die Wurzeln von Wurzelälchen, Erdraupen, Engerlingen usw.
Literatur a) Allgemeines, Anbau u. Verwertung: G. Watt, The wild and
cultivated
Cotton plants of the world. London (Longmans Green & Co.) 1907. - Oppel, Die Baumwolle. Lpz. 1902.
- Fesca, Pflanzenbau i. d. Tropen u. Subtropen, Bd. 2. Berl. 1907. - Semler, Trop.
Agrikultur,
3. Aufl., Bd. 3. 1903. - C. F. Roux, La production du Colon en Égypte.
Paris
1908. - C. W. Burkett and Hamilton Poe, Cotton. London 1909. - Zimmermann,
Anleitg. f. d. Baumwollkultur i. d. deutschen Kolonien. Berl. 1910 (mit
reichhaltigem Literaturverzeichnis). - Die Baumwollfrage, Denkschrift über
Produktion u. Verbrauch v. Baumwolle (Veröff. d. RKA. Nr. 1). Jena 1911.
- Der Baumwollbau in den deutschen
Schutzgebieten,
seine Entwicklung seit d. J. 1910, (Veröff. des RKA. Nr. 6) Jena 1914.
(II.
B.-Denkschr.). - Period. Berichte der Baumwollbau-Kommission des Kol.-
Wirtsch.
Komitees (Berlin) und des Internat. Verbandes der Spinner- u. Weber-
Vereinigungen
(Manchester). - Zahlreiche Abhandlungen im "Tropenpflanzer", "Pflanzer", D. Kol.-Blatt,
ferner in Agricultural Journal of India u. den Veröff. des U. S.
Department
of Agriculture in Washington. - b) Züchtung: Leake in Fruhwirth, Die
Züchtung
d. landwirtschaftl. Kulturpflanzen,
Bd. V. Berl. 1912 (mit zahlreichen Literaturangaben). - Ferner Veröff. d.
U.S. Dept. of Agriculture in Washington u. des Agricultural Journal of
India.
- c) Nebenprodukte: L. L. Lamborn, Cotton seed products. Lond. 1904. - M.
Schanz in "Die Baumwollfrage" (s.o.). - d)
Schädlinge
u. Krankheiten: Zimmermann a. a. O. - Aulmann, Schädlinge der Baumwolle
in "Fauna der Deutschen Kolonien" V, 4.
Berl.
1912. - Zacher, Die afrikanischen Baumwollschädlinge in Arb. a. d. Kais.
Biolog. Anstalt f. Land- u. Forstwirtschaft IX, 18. 121 ff. Berl. 1913
(neueste
u. ausführlichste Monographie mit umfassenden Literaturangaben).
Busse.
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