Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 153 f.

Beamte. Weder das Reichsbeamtengesetz noch das Kolonialbeamtengesetz enthalten eine Bestimmung des Begriffs "Beamter". Derselbe wird vorausgesetzt oder der Feststellung im Einzelfall überlassen. Nach einer Bestimmung des AAKA. vom 26. Juli 1904 ist "künftig" in den die Hinaussendung regelnden Erlassen und Verträgen festzulegen, ob dem Anzunehmenden Beamteneigenschaft beigelegt wird, oder ob derselbe außerhalb des Beamtenverhältnisses beschäftigt werden soll. Sofern nicht besondere Umstände die Annahme einer Person außerhalb des Beamtenverhältnisses angezeigt erscheinen lassen, werden sämtliche für den Dienst in den Schutzgebieten anzunehmenden Personen, soweit ihre Anstellung nicht bloß zur Befriedigung eines vorübergehend auftretenden Bedürfnisses erfolgt, als B. anzustellen sein (Gebührnisse alsdann nach Maßgabe der Besoldungsvorschriften!), mit Ausnahme der nicht in Aufsichtsstellen verwendeten Handwerker und Arbeiter. Soweit die Handwerker in Aufsichtsstellen verwendet werden, was zurzeit in Togo und Kamerun durchweg, in den anderen Schutzgebieten zum Teil der Fall ist, sind dieselben als Beamte anzustellen". Auf diejenigen, welche nicht als B. angestellt sind, können die Grundsätze des Beamtenrechts nur insoweit Anwendung finden, als dies in den Anstellungsbedingungen besonders vereinbart ist. S.a. Kolonialbeamte und Ausbildung der Kolonialbeamten.

v. König.