Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 159 f.

Bekehrung der Eingeborenen. Die Aufgabe der Mission ist, Nichtchristen zu Christen zu machen, d.h. sie zu bewegen, sich zu bekehren (Apostelgeschichte 26, 18). Die B. ist einerseits Abkehr von religiösem Irrtum (Götzendienst) und unsittlichem Leben, und andererseits Hinkehr zu Gott und Unterwerfung unter seine sittlichen Vorschriften. Wenn ein Nichtchrist mit dem Heidentum brechen und sich dem Christentum anschließen will, wird ihm die Taufe erteilt, durch deren Empfang er sich öffentlich von seiner Vergangenheit lossagt und zu dem christlichen Glauben bekennt. Für die Entscheidung, ob der Fall vorliegt, daß ein Nichtchrist diese Lebenswendung ernstlich beabsichtigt, bestehen naturgemäß keine absolut sicheren Kennzeichen. Im allgemeinen wird der ernste Wille dann als vorhanden anzusehen sein, wenn der Betreffende dem Heidentum und seinen Gebräuchen, vor allem dem Zauberwesen entsagt und sein Leben christlicher Zucht und Ordnung unterwirft. S.a. Mission.

Literatur: G. Warneck, Evangelische Missionslehre. III. Abt., Erste Hälfte, 2. Aufl. Gotha 1902, 211 ff. - C. Mirbt, Mission und Kolonialpolitik in den deutschen Schutzgebieten. Tübing. 1910, 92 ff.

Mirbt.