Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 160

Bekom, heidnischer Sudanstamm in Kamerun, der die Landschaft Bekom am Westrand des Kumbohochlands inne hat. Diese steigt steil aus der Mijasenke gegen Osten an und gehört mit 2000 m mittlerer Höhe zu den höchsten besiedelten Gebieten von Kamerun überhaupt. Im Süden fällt sie zum Paß von Babanki Tungo und der Landschaft Bamessong ebenfalls steil ab, im Norden lagert sich das Bafumhochland als niedrigere Stufe gegen das Benuetiefland vor. Im Norden wird das Gebirgsland vom Katsena- Allah entwässert. Das eigentliche Hochgebirge ist ein Grasland, aber der Urwald zieht sich in den Hochtälern weit aufwärts. Im Süden in der Landschaft Banuku befindet sich der von Glauning entdeckte Mauwessee, der höchstgelegene See Kameruns. Die B. bilden eine der größeren Völkerschaften des an Stämmen reichen Hochlands; in der Sprache unterscheiden sie sich vollständig von ihren Nachbarstämmen. Sie sind schöne, großgewachsene Gestalten und gehen vollständig unbekleidet. Als Waffen führen die B. Speere, Pfeil und Bogen und den charakteristischen Lederhelm der Sudanvölker. Ihre Hütten haben quadratischen Grundriß. Die B. sind Ackerbauer, Töpfer und Weber sowie Holzschnitzer. Die Kolanuß ist ein Haupthandelsartikel, der von Haussahändlern nach dem Benue verhandelt wird.

Passarge- Rathjens.