Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 160 f.

Belege sind Beweisstücke der Richtigkeit von Eintragungen über Einnahmen (s.d.) und Ausgaben (s.d.) in die amtlichen Kassenbücher. Zur Rechtfertigung sind allen Buchungen stets die Rechnungen und Quittungen, die Einnahme- und Ausgabebescheinigungen, ferner auch die sonstigen Schriftstücke, welche eine Zahlung begründen und den Sachverhalt klarstellen, also Verträge, Genehmigungsverfügungen der vorgesetzten Dienstbehörden usw. beizufügen. Die letzteren Belege werden, soweit sie Rechtfertigungen der in verschiedenen Rechnungsjahren wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben enthalten, als "ständige Belege" zu einem sog. Justifikatorienheft zusammengefaßt. Über die Form und die Prüfung von Belegen, über die Beglaubigung von Abschriften, die der Rechnung beigefügt werden, über die Ausstellung von Quittungen, über die Vernichtung von Belegen usw. bestehen für die Schutzgebiete eine Reihe von Vorschriften, die größtenteils in den Geschäftsanweisungen für die amtlichen Kassen enthalten sind. Alle Belege müssen einer genauen Prüfung (Abnahme) unterzogen werden und sind sodann auf ihre Richtigkeit zu bescheinigen. Sie werden mit der Rechnung dem Rechnungshof oder dessen Kommissar vorgelegt und von diesen nochmals abschließend geprüft. Diese eingehenden Formvorschriften für Belege und dies Erfordernis zweimaliger Prüfung bildet einen der wichtigsten Bestandteile der Kontrolle des kolonialen Finanzwesens und sichert die ordnungsmäßige Verwaltung der Schutzgebietsgelder.

Volkmann.