Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 162

Benediktiner (St. Benediktus-Missionsgenossenschaft) v. St. Ottilien (O. S. B. = Ordo Sancti Benedicti). Gegründet von P. Amrhein im Jahre 1884. Das Mutterkloster in St. Ottilien bei Landsberg (Lech) wurde 1902 zur Abtei erhoben. Missionsfeld der Genossenschaft ist seit 1887 die Präfektur (seit 1902 Vikariat) Daressalam in Deutsch-Ostafrika (s.d.), von der Ende 1913 die Präfektur Lindi abgetrennt wurde, seit 1909 auch Korea. Das Besondere der Genossenschaft liegt darin, daß sie das Missionswerk nach den erprobten Methoden des B.ordens, wonach eine festeingesessene Abtei das materielle und auch geistige Zentrum und die Grundlage der Arbeit bildet, betreibt. Weitere Eigentümlichkeiten, die mit dem spezifischen Ordensgeist der B. zusammenhängen und auch in ihrer ostafrikanischen Mission zur Geltung kommen, sind starke Stabilität, Vorliebe zur Landwirtschaft, Vermeidung absoluter Zentralisation. Studienhäuser befinden sich noch in St. Ludwig bei Wipfeld (1903), Schweiklberg bei Vilshofen (1905) und für die Theologen in Dillingen und München, sämtlich in Bayern gelegen. Organe: Missionsblätter von St. Ottilien; Das Heidenkind (für die Jugend). Hilfsverein: Liebeswerk des hl. Benedikt. Superior der Genossenschaft ist Abt Norbertus Weber (s.d.).

Literatur: P. Sauter, Die St. Benediktus-Missionsgenossenschaft, St. Ottilien 1894. - Missionsblätter von St. Ottilien, fortlaufend. - Heimbucher, Die Orden u. Kongreg. der Kath. Kirche, Paderborn 1907, L (2) 340 ff. - Abt Norbert Weber, Euntes in mundum universum.

Schmidlin.