Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 162

Benguella-Bahn. Für die in Portugiesisch-Westafrika, Angola, zu erbauende, in der Lobitobucht entspringende B. (daher auch Lobito-Bahn genannt) wurde zunächst dem Engländer R. Williams am 4. Dez. 1902 eine Konzession erteilt. Die Bahn soll in Kapspur (1,067 m) hergestellt, bei einer Gesamtlänge von 1200-1300 km, von der Küste in östlicher Richtung auf Dilolo bis an die südwestliche Ecke der belgischen Kongokolonie geführt werden, um daselbst ihre Verlängerung - weitere 700 km - bis in den Katangabezirk, nach Ruwe und Kambove, zu finden und so zu einer wichtigen Erschließungsbahn für diesen nach der Westküste hin zu werden. Das Aktienkapital der demnächst gebildeten Portugiesischen B.Eisenbahn-Gesellschaft wurde von der englischen Tanganjika Concessions Limited, an deren Spitze R. Williams steht, gezeichnet. Die ersten 360 km der Bahn bis Cubal sind nach Überwindung erheblicher Schwierigkeiten im Jahre 1911 vollendet worden. Die Bahn ist seit September 1912 bis Huambo, Kilometer 426, fertiggestellt. Die weitere Bauausführung liegt jetzt in den Händen der Londoner Firma Pauling & Co. und soll angeblich möglichst beschleunigt werden. Die kongolesische Anschlußstrecke Dilolo-Ruwe- Kambove wird von der Eisenbahn- Gesellschaft "Du Bas Congo au Katanga" in Kapspur weitergeführt und soll an ihrem westlichen Endpunkt an der portugiesischen Grenze vertragsgemäß gleichzeitig mit der B. eintreffen. Die Verbindung des Katangabezirks mit dem Verschiffungshäfen in der Lobitobucht mittels der B. wird künftig die kürzeste Verkehrsstraße für die Verfrachtung der reichen Mineralschätze von Katanga nach dem Weltmeer darstellen.

Baltzer.