Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 163

Benito. Der Rio B., Lolo oder Uelle, oder Voleu, wie die Franzosen ihn schreiben, entspringt auf deutschem Gebiet bei Andum in Südkamerun und bildet den Hauptfluß der spanischen Kolonie Rio Muni oder Spanisch- Guinea. Er tritt bald in eine weite, sumpfige Ebene ein, die er in westlicher Richtung durchfließt. Erst jenseits der spanischen Grenze beginnt er dann, sich in das Plateau einzuschneiden. Später wechselt er dann mehrmals die Richtung, bevor er die Ketten des Monto Cristallo durchbricht, die wahrscheinlich die zwei Stufen des Plateauabfalls darstellen. Seine Nebenflüsse sind der Bimfile und Mongova von rechts, der Mtaba, Mtobe, Abia und Lania von links. Auf seinem Unterlauf ist der Uelle von der Küste aus 20 km weit fahrbar, in seinem Oberlauf mit Booten auf einer Strecke von 105 km, nämlich von Fen, wo die Schnellen aufhören, bis Akulaban. Bisher geht der ganze Handel des oberen Uelle auf schwierigen Wegen zum Ogowe; es wäre viel besser, wenn er den Uelle abwärts ginge bis Fen und von dort in 4 Tagen mit Trägern zur Küste. Das Gebiet, das der Uelle durchströmt, ist im Oberlaufe ein Plateau, wird im Unterlaufe aber zu einem wilden Bergland. Die Vegetation ist überall dichter Urwald. Die Stämme, die an seinen Ufern sitzen, sind alles Fangstämme, die in Spanisch-Guinea noch wenig bekannt sind. Die Spanier sind mit ihrem Einfluß kaum über die Küstenzone hinausgekommen.

Passarge- Rathjens.