Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 163 f.

Bennigsen, Rudolf v., geb. 12. Mai 1859 zu Bennigsen, Kreis Springe, gest. 3. Mai 1912 in Berlin. v. B., ein Sohn des bekannten verstorbenen nationalliberalen Politikers und Oberpräsidenten v. B., war 1887/89 Regierungsassessor in Elsaß-Lothringen, dann Landrat des preußischen Kreises Peine. Er ging 1893 als Finanzdirektor nach Deutsch-Ostafrika, wo er auch wiederholt als Stellvertreter es Gouverneurs tätig war. Auf seinen Vorschlag wurde dort die Häuser- und Hüttensteuer eingeführt (s. Eingeborenensteuern). 1899 wurde v. B. zum Gouverneur von Deutsch-Neuguinea nebst dem Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln und Marianen ernannt. Sein erfolgreiches Wirken in dieser Kolonie fand bereits 1902 durch seine aus gesundheitlichen Gründen notwendige Pensionierung sein Ende. 1902 wurde v. B. Vorstandsmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika (s. Deutsch-Südwestafrika), aus welcher Stellung er 1903 ausschied. 1904/09 war er Vertreter der "Kölnischen Zeitung" in Berlin, von 1909 bis zu seinem Tode Direktor der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika, in deren Auftrag er 1903 und 1910 Reisen nach Deutsch- Südwestafrika machte. v. B. betätigte sich u.a. als Mitglied des Vorstandes der Deutschen Kolonialgesellschaft (s.d.) und des Kolonialwirtschaftlichen Komitees (s.d.) und verfaßte zahlreiche Artikel kolonialpolitischen Inhalts, besonders in der "Kölnischen Zeitung".