Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 186

Beryll, ein Beryllium-Tonerdesilikat. Der B. kommt in sechsseitigen, manchmal über fauststarken und über 1/4 m langen Kristallen hauptsächlich in Pegmatitgängen vor, allerdings meist als gemeiner B., trüb, in grünlich-, bläulich- bis gelblichgrauen Farben und dann nur zur Darstellung der B. erde verwendbar, seltener als edler B., klar, durchsichtig genug, um als Schmuckstein, brauchbar zu sein. In Deutsch-Ostafrika wenig gefunden, z.B. im Pegmatit der Landschaft Namaputa am Rovuma, ist er in Deutsch- Südwestafrika verbreitet beobachtet worden. Bläuliche und grünliche edle B., sog. Aquamarine, und gelbe sog. Gold-B. (zu. denen auch der " Heliodor " gehört), die bei lebhafter Farbe wertvoll sind, werden in Pegmatiten des Rössinggebirges gefunden und gewonnen; gut kristallisierte, aber sehr blasse Aquamarine treten im tantalitführenden Pegmatit bei Donkerhuk neben großen gemeinen B. auf. Die Pegmatite des granitischen Gebietes zwischen Karasbergen und Oranjefluß, des Kuiseb- und Swakopgebietes und in der Umgebung des Erongo führen mehrfach gemeinen B. Solcher mit Asterismus wurde bei Narramas am Kuiseb gefunden.

Scheibe.