Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 192 f.

Bethanien, Ort im Groß-Namalande, Deutsch-Südwestafrika, in 935 m Meereshöhe, zugleich Hauptort des gleichnamigen Verwaltungsbezirks. 1. Der Ort B. ist mit der Geschichte der Mission in Südwestafrika eng verknüpft, denn hier begann die Tätigkeit christlicher Sendboten nördlich vom Oranje bald nach der Eröffnung von Warmbad schon im Jahre 1814. Der Platz ist Sitz einer Post- sowie einer Telegraphen- und Zollstation. Hydrographisch ist er insofern bemerkenswert, als er in der durch echte, zum Teil warme Quellen bezeichneten Störungszone liegt, die das Schutzgebiet von Nord nach Süd durchzieht.
2. Der Verwaltungsbezirk B. wird im Westen von dem Bezirk Lüderitzbucht, im Osten von dem Bezirk Keetmanshoop begrenzt. Er gehört zu den kleineren Verwaltungsgebieten und umfaßt im wesentlichen das Gebiet des Koankip Riviers (s.d.), eines rechten Nebenlaufs des Großen Fischflusses, dessen Täler sich mit diesem bei weitem nicht an Wasserreichtum Messen können.

Dove.