Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 193

Bethe-Hecq-Abkommen, ein zwischen dem Hauptmann Bethe und dem kongolesischen Kapt. Hecq am 23. Nov. 1899 getroffenes Abkommen behufs provisorischer Regelung des deutsch-kongolesischen Besitzstandes am Russisi- und Kiwusee und zur Verhütung eines bewaffneten Zusammenstoßes der beiderseitigen Grenztruppen (Deutsch-Ostafrika). Kraft desselben sollte der status quo, wie er seit einem Jahre bestand, bis zur endgültigen diplomatischen Regelung der Streitfrage aufrechterhalten bleiben. Die in dem streitigen Gebiet am linken Russisiufer verbleibenden kongolesischen Posten sollten keine Okkupation bedeuten, sondern nur den Anspruch des Kongostaates auf das fragliche Gebiet beweisen. Sie hatten sich jeder Einmischung in politische Angelegenheiten zu enthalten und hatten die für das Gebiet von seiten der deutschen Verwaltung erlassenen Bestimmungen zu beachten. Die Besatzung der Posten durfte die Stärke der in dem Gebiet stehenden deutschen Truppen nicht übersteigen. Das Abkommen wurde durch den deutsch-belgischen Vertrag vom 14. Mai 1910 hinfällig. Die Posten wurden im Jahre 1911 von Belgien geräumt.

Danckelman.