Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 193

Betonnung, Kennzeichnung eines Fahrwassers oder einzelner, für die Schiffahrt gefährlicher oder wichtiger Stellen durch schwimmende Schiffahrtszeichen (s.d.), im seemännischen Sprachgebrauch Tonnen oder Bojen genannt. Mit einem Leucht- oder Schallapparat ausgerüstet, können sie gleichzeitig als Leuchtfeuer oder Nebelsignale dienen. Wichtige Tonnen liegen an folgenden Stellen aus: In Kamerun: Vor der Einfahrt nach Rio del Rey und vor der Mündung der Kamerunbucht je eine Ansteuerungstonne, die gleichzeitig Heultonne ist, und daran anschließend eine Reihe von Fahrwassertonnen zur Bezeichnung der Fahrstraßen.
- In Deutsch-Südwestafrika: Bei Swakopmund eine Heultonne und eine Unterwasserglockentonne, beide nur als Nebelsignale von Bedeutung,bei Lüderitzbucht am Angra-Riff eine Untiefentonne, gleichzeitig Heultonne, und Fahrwassertonnen an der Einfahrt zum Roberthafen.
- In Deutsch-Ostafrika: An den Einfahrten zu den Häfen, insbesondere denen von Daressalam und Tanga, sowie im Mafiakanal eine Reihe Fahrwassertonnen.
- In Deutsch-Neuguinea: Im Simpsonhafen eine Untiefentonne zur Bezeichnung des "Bienenkörbe" genannten Riffs, die gleichzeitig Leuchttonne ist, ferner Fahrwassertonnen an den Einfahrten zu allen bedeutenderen Landungsplätzen.
- In Kiautschou: Vor der Einfahrt zur Kiautschoubucht eine Glockentonne und eine Heultonne und an der Einfahrt noch eine weitere Heultonne.

Fischer.