Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 194 f.

Bettwanze, zu den Schnabelkerfen (s.d.) und speziell zu den Wanzen gehörig. Wie andere Wanzen ist die B. mit einem gegliederten Schnabel ausgestattet und sondert einen unangenehm riechenden Stoff aus Drüsen ab. Von vielen anderen Wanzen unterscheidet sich die B. durch das völlige Fehlen der Flügel und gehört nebst einigen bei Vögeln lebenden Arten der Gattung Cimex (Acanthia) an. Die europäische Art C. lectularius ist mit dem Menschen über die ganze Erde verbreitet, fehlt also auch in unsern Kolonien nicht. Ihrer flachen Körperform entsprechend hält sie sich in engen Spalten verborgen und kommt nachts hervor, um schlafenden Menschen Blut abzusaugen. Durch ein starkes Jucken und kleine Schwellungen machen sich ihre Stiche bemerkbar. Die B. kann nicht nur von unten, sondern auch von der Zimmerdecke aus in ein Bett, das nicht von einem engmaschigen Moskitonetz überspannt ist, gelangen. Sie kriecht nämlich gerne an allen möglichen Gegenständen, namentlich auch an den Zimmerwänden, hoch und gelangt dabei an die Zimmerdecke. An der Decke kriecht sie so lange umher, bis sie sich über einem Bette, in dem ein Mensch schläft, befindet. Dann läßt sie sich Fallen, wahrscheinlich durch die Ausdünstung des schlafenden Menschen veranlaßt. - Die beste Bekämpfungsart der B. besteht darin, daß enge Spalten im Zimmer möglichst beseitigt oder doch gründlich gereinigt und mit Petroleum ausgestrichen werden. In Deutsch-Ostafrika kommt außer der gewöhnlichen B. auch die indische (d. rotundatus) vor.

Dahl.