Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 195

Beuteltiere, Säugetiere, bei welchen die Zitzen in einem am Unterleibe befindlichen Beutel liegen, der von sog. Beutelknochen gestützt wird. Es gibt aber auch Tiere, die solche Beutelknochen haben, denen aber ein Beutel fehlt. Wahrscheinlich wird diese bis jetzt angenommene Säugetiergruppe später in eine ganze Reihe von kleineren Gruppen zerteilt werden, von denen viele anderen Gruppen sehr ähnlich sind, z. B. den Flatterhörnchen, Spitzmäusen, Ratten, Borstenigeln und manchen Halbaffen. - Die B. leben auf Neuguinea und den benachbarten Inseln, in Australien und Amerika. In Deutsch- Neuguinea sind wahrscheinlich etwa 20 verschiedene Arten nebeneinander vorhanden, im Bismarckarchipel hat man bisher 4 festgestellt. Für den Europäer hat bisher keine einzige eine größere Bedeutung erlangt; die Eingeborenen fangen sie, um das Fleisch zu benutzen. - Außer dem Känguruh (s.d.) sind am bekanntesten das Zuckereichhörnchen (Petaurus), das eine behaarte Flatterhaut besitzt, so groß wie ein Siebenschläfer ist, einen sehr weichen Pelz hat und auf der Oberseite grau mit dunklem Aalstriche, auf der Unterseite weiß erscheint. Kusu, Kuskus oder Beutelbären heißen dicht behaarte plumpe Tiere mit einem Wickelschwanze, rundlichem Kopfe und großen Augen. Manche sind weiß oder rot oder weiß mit schwarzen, gelben oder roten Flecken, andere kleiner und braun oder grau. Im Pelzhandel kommen sie gelegentlich unter dem Namen Ringtailed-Opossum vor. Als Bandikut oder Beuteldachse bezeichnet man kurzhaarige, spitzschnauzige Tiere mit langen Hinterbeinen; sie bewegen sich hoppelnd fort. Manche haben eine borstige, andere eine weiche Behaarung; s. Beutelbär, Beutelmarder, Bandikut, Flatterbeutler.

Matschie.