Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 201

Bienen. Als B. faßt der Zoologe alle Hautflügler (s.d.) zusammen, deren erstes Hintertarsenglied in eine breite, innen dicht mit Haaren besetzte Bürste, und deren Legestachel in einen Giftstachel umgewandelt ist. Es gehören also außer der Honigbiene (s. Bienen und Bienenzucht) zahlreiche, teils einzeln, teils in Staaten lebende Arten dazu. Das Nest legen sie teils in der Erde, teils in Mauerlöchern usw. an. Auch die Hummeln (s.d.) gehören zu den B. in diesem weiteren Sinne. Die B. besitzen, wenn es nicht Schmarotzer-B. sind, stets einen Apparat zum Sammeln von Blütenstaub, entweder ein Körbchen an den Hinterschienen, wie die Honig-B. (Schienensammler), oder lange, dichte Haare am Bauch (Bauchsammler). Am Ende der Vorderschiene befindet sich ein zierlicher Kamm zum Reinigen der Fühler. Da letztere Geruchsorgane sind, müssen sie gründlich reingehalten werden. Die genannte Bürste an den Hinterbeinen dient besonders zum Zusammenkehren des Pollens. Außer dem Pollensammelapparat besitzen alle B. einen Saugmagen, aus dem der Honig unverdaut durch den Mund wieder entleert werden kann, um als Futter der Larven verwendet bzw. als Vorrat aufgehoben zu werden. Die Männchen entwickeln sich bei den meisten B. aus unbefruchteten Eiern. B.arten in diesem weiteren Sinne kommen fast überall in unseren Kolonien, und zwar (abgesehen von den kleineren Südseeinseln) in zahlreichen Arten vor. S. Bienen und Bienenzucht.

Dahl.