Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 217

Bitumen, ganz dickflüssige bzw. bei normaler Temperatur feste Kohlenwasserstoffe, die sich in ganz geringen Mengen in den Sandsteinen und Schiefern des Kreuzflusses in Kamerun finden und daraus abdestilliert werden können (bisher ohne jede praktische Bedeutung), ferner in kleinen Mengen in der Größe einiger Trägerlasten am Tanganjikasee auftreten und bei bestimmten Winden ans Land getrieben werden. Ihre Herkunft ist noch ganz unbekannt, wahrscheinlich stammen sie dort ebenfalls aus gewissen, am Ostufer anstehenden Sandsteinen. Das bei Südstürmen am Ras Kinoni angetriebene B. schmilzt bei 45°, beim Erhitzen auf 300° destillieren etwa 13 %, nach anderen Analysen bis 35,5%, gelbes bzw. tiefgrünes Öl daraus ab, bei noch höherer Temperatur etwa 62% dunkles Öl und über 12% weißes Paraffin; etwa 13% unlöslicher Rest bleiben als Destillationsrückstand, 4,95% sind unlöslich in Normalbenzin, 59,96 % in Alkoholäther.

Gagel.