Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 218 f.

Bleierze. Von B. ist als wesentlich aus den deutschen Kolonien nur Bleiglanz (s.d.) zu erwähnen, der in einem mächtigen Vorkommen bei Otavi in Deutsch- Südwestafrika auftritt, zusammen mit Kupfererzen (s. Kupfererzlagerstätten) und im großen gewonnen wird. Die jährliche Produktion beträgt etwa 1000 t Blei (s.a. Bergbau). Im Ausgehenden der Lagerstätte finden sich reichlich die durch Zersetzung des Bleiglanzes entstandenen karbonatischen Erze, Weißbleierze usw. Kleine Mengen von meistens etwas silberhaltigem Bleiglanz treten auf Quarzgängen in ziemlicher Verbreitung in Deutsch- Südwestafrika auf: bei Lüderitzbucht, Pomona, im Namalande bei Narib und Klein-Fontein, bei Kowis, Aus, Kakaus und Kuibis, im Damaraberglande usw., in den kleinen Karasbergen, doch scheinen alle diese Vorkommen keine wesentliche Bedeutung zu haben; zum Teil sind sie schon abgebaut (wie Pomona). Ebenso werden einige ganz kleine Bleiglanzquarzgänge aus Kamerun und Togo angegeben, auch aus Deutsch-Ostafrika ist ein ganz unbedeutendes Vorkommen erwähnt. Auch in Kaiser-Wilhelmsland (Deutsch-Neuguinea) soll am Markhamfluß ein Vorkommen von Bleiglanz (?) gefunden sein, doch sind noch keine genauen Angaben darüber bekannt. Im Jahre 1910/11 wurden in Deutsch-Südwestafrika 2620,5 t im Wert von 861180 M gewonnen, im Jahre 1911/12 1175 t im Wert von 345868 M.

Literatur s. Erzlagerstätten.

Gagel.