Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 227 f.

Bohnen (s. Farbige Tafel ). Neben den meist buntfarbigen und schwarzen Sorten unserer gewöhnlichen Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) findet man in den Tropen die große Mondbohne (Ph. lunatus) und die Mungobohne (Ph. Mungo und Ph. radiatus). Die Mondbohne wechselt in der Form stark ab. Als Speisebohne ist die große, weiße, flache, nierenförmige Sorte besonders beliebt. Dann kommen die mehr rundlichen, hellfarbigen, an Größe den Gartenbohnen ähnlichen, aber volleren Varietäten. Die dunkleren, flacheren Abarten sind meist stark blausäurehaltig und infolgedessen nicht ungefährlich. Durch kräftiges Kochen dürfte allerdings die Blausäure unschädlich werden. Die Mungobohne wird an der ostafrikanischen Küste meist Sansibarerbse genannt. Sie hat mehr walzenförmige, nicht ganz erbsengroße Samen von grüner bis graubrauner Farbe. Der Nabel ist durch zwei weiße, der Längsseite aufliegende Wülste charakterisiert. - Eine andere B.art, die für die kolonialen Gebiete von großer Bedeutung ist, ist die sog. Katjangbohne, Vigna catjang (= V. sinensis), in Ostafrika Kunde genannt. Ihre Samen sind kleiner als unsere B. und etwas größer als Erbsen. Sie sind etwas flach gedrückt, haben einen deutlichen, dunklen, bei den weißen Sorten tiefschwarz umrahmten Nabel, variieren in allen Farben vom dunklen Braun bis zum reinen Weiß und haben auch gescheckte Abarten. Zu dieser Gruppe gehört auch die sog. Helmbohne, Dolichos Lablab, mit flachen, verschiedenfarbigen, von einem raupenartigen, weißen Nabel auf der ganzen Längsseite bekleideten Samen. Weiter ist die Kundebohne, Vigna sinensis, zu erwähnen, die in Deutsch-Ostafrika in vielen Abarten vorkommt. Die Samen sind etwa erbsengroß. Sie werden als Beikost zu Reis und Mais genossen. In neuerer Zeit hat man Versuche aufgenommen mit den in den deutschen Kolonien bisher nur wenig gebauten Fetisch- oder Schwertbohnen, Canavalia ensiformis, einer kräftig rankenden Pflanze mit langen, schwach säbelförmig gekrümmten Hülsen und großen, ovalen, etwas zusammengedrückten, weiß bis braunen Samen und mit der Samtbohne, Mucuna, die eine rauhe Hülse und etwas kleinere Samen hat. - B. werden in fast allen deutschen Kolonien von den Eingeborenen kultiviert, am vielseitigsten wohl in Deutsch-Ostafrika und Togo, in geringerem Umfange in der Südsee und in Kamerun. Obwohl ein Export der Sorten der echten Gartenbohne und der Mondbohne zweifellos lohnen würde, hat ein Anbau für diese Zwecke bis jetzt nur versuchsweise stattgefunden. S. a. Erbsen.

Voigt.