Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 230

Bonga, Ort in Neukamerun, im Ssangazipfel zwischen Ssanga und Likuala Mossaka gelegen. Über seine Größe und seine Bedeutung gibt es in der Literatur die verschiedensten Ansichten. Gewiß ist wohl, daß die Lage dieses Ortes, der für Deutschland eine große Bedeutung haben wird, sehr ungesund ist. Die Umgebung von B. besteht nach Schlechter in Buschsteppe mit vielen Sümpfen und ist zum größten Teil unter Kultur genommen. Die weitere Umgebung ist allerdings sumpfig und mit undurchdringlichem Urwald bedeckt. Berüchtigt ist B. wegen der Unzahl von Moskitos, die dort vorkommen. Es scheint etwas über dem Niveau des Flusses zu liegen, so daß selbst die Hochwasser es nicht zu überschwemmen vermögen. Nach anderen Nachrichten, und die neuesten Meldungen scheinen das zu bestätigen, soll es allerdings in der Regenzeit unter Wasser stehen und die Häuser deshalb auf Pfählen gebaut sein. Es war Sitz eines französischen Beamten, ferner einer holländischen Faktorei, sowie einer Missionsniederlassung. Von einer einheimischen Bevölkerung wird man in B. wohl kaum reden können, da durch den sehr Regen Dampferverkehr Neger aller möglichen Stämme dort hin verpflanzt sind. Seit der Besitznahme hat B. einen Zollposten.

Passarge-Rathjens.