Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 232

Bororo, Stamm der Fulbe (s.d.u. Tafel 82) in Kamerun, der wohl erst in jüngster Zeit in Adamaua eingewandert ist. Sie gehören einer anderen Sippe an als die Adamaua-Fulbe, die bereits seßhaft geworden und Herren des Landes sind. Die B. leben im Gegensatze zu den letzteren in Frieden mit den Heidenstämmen, in deren Gebiet ihre Herden grasen. Man kann wohl annehmen, daß die B. den Typ der Fulbe vor ihrer Eroberungsperiode darstellen. Sie sind schlanke, hellfarbige Gestalten mit hamitischen Gesichtern. Die mohammedanische Religion ist ihnen unbekannt, sie rauchen und trinken mit den Heiden, was ihnen die Verachtung der Fulbe einträgt. Die B. tragen sowohl Männer wie Frauen die Haare geflochten, schmücken sich die Ohrmuscheln mit Messingringen und ebenso die Arme und Beine. Die unverfälschten B. - leider beginnen sie jetzt ebenfalls seßhaft zu werden - tragen Hüfttücher oder Fellkleider. Ihre Hütten sind halbkugelig und aus Gras gebaut und nur für kurze Zeit hergerichtet. Ihre einzige Beschäftigung ist Viehzucht, ihre Nahrung besteht zur Hauptsache aus den Produkten derselben. Feldfrüchte tauschen sie von den Heiden ein. Als Waffen führen sie Pfeil und Bogen, sowie Speer, Keule und Dolchmesser. Die B. wohnen besonders im Mandaragebirge, aber auch sonst in Adamaua verstreut.

Passarge-Rathjens.