Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 236

Brackpfannen, in Deutsch- Südwestafrika leichte Einsenkungen im Boden, die sich zeitweilig mit Wasser füllen. Sie sind besonders im Gebiet der Kalahariebenen verbreitet, doch gibt es auch im Ambolande eine Reihe von solchen, die sich ebenso wie die große Etoschapfanne durch einen beträchtlichen Reichtum an Salzen auszeichnen. Den Pfannen der südlichen Kalahari eigentümlich ist bisweilen eine hügelartige Sandanhäufung an der Südseite, die bisweilen schon von weitem das Vorhandensein einer Pfanne verrät. Nicht zu verwechseln sind die Pfannen mit bloßen Ansammlungen von Regenwasser in flachem Boden. Bezeichnend für sie ist vielmehr das Vorhandensein eines harten Kalksteins, der den Rand des Beckens bildet und eines das Innere des Beckens mehr oder weniger bedeckenden Kalktuffs. Man nimmt an, daß diese Pfannen der südlichen Kalahari alte Quellpunkte aus Zeiten eines in vorhistorischer Zeit regenreicheren Klimas sind. Die Fläche der Pfannen wechselt hier zwischen wenigen und einigen hunderttausend Quadratmetern. Die Versandung der Kalaharipfannen wird durch ihre kräftige Randvegetation gehindert, so daß der von Zeit zu Zeit eintretenden Füllung ihres Grundes mit langsam zuströmendem Wasser nichts im Wege steht.

Literatur: S. Passarge, Die Kalahari. Berl. 1904. - L. Schultze, Aus Namaland und Kalahari. Jena 1907.

Dove.