Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 238 f.

Brauneisenstein, wichtiges und in kleineren Mengen weit verbreitetes Eisenerz, das sich in allen afrikanischen Kolonien findet und wegen seiner leichten Verschmelzbarkeit besonders von den Negern ausgebeutet und benutzt wird. Es findet sich als Absatz aus eisenhaltigen Gewässern (sog. Raseneisenerz), als Zersetzungs- und Umwandlungsprodukt eisenhaltiger Mineralien (z.B. Schwefelkies) und Gesteine (Basalt), aber fast nie in bedeutenden Massen, sowie auf Gängen. Im Kaokofeld in Deutsch-Südwestafrika soll im Gneisgebiet zwischen Outjo und Osembary am oberen Hoarusib ein 10 km langes und bis 50 m mächtiges Brauneisenerzlager (?) vorhanden sein; nähere Angaben darüber fehlen. Bei Kalkfeld (Omaruru) wird ein Lager von manganhaltigem Brauneisenerz abgebaut und als Zuschlag bei der Verhüttung der Otavi-Erze verwendet. Auch im Innern Kameruns treten manganhaltige B. in erheblicher Verbreitung auf als Zersetzungsprodukte der mächtigen Basaltdecken, ferner schichtförmige (zum Teil pisolithische) B. im Benuesandstein. Auch in Ostafrika ist B. sehr weit verbreitet und viel benutzt; für europäische Industrie kommt aber keines dieser Lager in Betracht. Die ostafrikanischen Brauneisenerze zeigen vielfach einen konzentrisch schaligen Aufbau (Oolithe, Pisolithe), besonders die aus eisenhaltigen Gewässern abgesetzten.

Gagel.