Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 239

Braunkohle ist in den deutschen Schutzgebieten bisher nur ganz vereinzelt und nicht in abbauwürdigen Mengen gefunden worden. In ganz minimalen Mengen, in Form kleiner Brocken, kommt sie in Deutsch-Ostafrika in den Makondeschichten vor; ebenfalls nur in Form dünner, wenige Zentimeter starker Schmitzen findet sie sich im Küstengebiet von Kaiser-Wilhelmsland in der Nähe von Konstantinhafen, im Kabenautale (20 km von der Küste) und an einem Nebenfluß des Ramu. In mächtigeren Flözen, aber unter sehr ungünstigen Lagerungsverhältnissen, die einen Abbau auszuschließen scheinen, kommen B. vor in Neumecklenburg und auf der Gazellehalbinsel in Neupommern. Sie liegt hier größtenteils (wie auch am Kabenaufluß) in basaltischen Tuffen, aber sehr steil geneigt (unter Winkeln bis zu 78°), und die Begleitschichten haben deshalb die Neigung zu ständigen Bergrutschen.

Gagel.