Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 239

Brautkauf, Form der Eheschließung bei Naturvölkern. Das mannbare Mädchen, das der Mutter in der Hauswirtschaft, beim Wurzelsammeln, bei der Feldbestellung usw. hilft, ist für die Familie eine wertvolle Kraft. Es ist wie die Mutter und die Geschwister häufig Eigentum des Vaters oder steht unter seiner Gewalt; der Freier muß den Wert der Arbeitskraft, die er für sich gewinnt, durch Geld, Waren, Vieh, Dienstleistung ersetzen, sie also gewissermaßen kaufen (s. Ehe der Naturvölker).

Thilenius.