Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 240

Bremsen bei den Kolonialbahnen. Auf den Schutzgebietsbahnen mit Meter- oder Kapspur (s.d.) ist als durchgehende Kraft-B. die Luftsauge-B. nach dem System Hardy oder Körting eingeführt, weil auf die rechtzeitige Bedienung der Hand-B. durch die Eingeborenen als Bremser nicht mit der für die Betriebssicherheit erforderlichen Zuverlässigkeit zu rechnen ist. Das System Körting ist zur Einführung gelangt auf der Ostafrikanischen und der Kameruner Mittellandbahn, auf dem von dem Baukonsortium Bachstein-Koppel umgebauten Abschnitt Karibib-Windhuk und der von ihm hergestellten Neubaulinie Windhuk-Kub in Deutsch-Südwestafrika und zur Einführung vorgesehen für die Usambarabahn. Dagegen ist das (übrigens ausländische) System Hardy in Anwendung auf den Togobahnen, der Manengubabahn und der Südbahn Lüderitzbucht-Keetmanshoop mit der Zweigbahn Seeheim-Kalkfontein und dem Südabschnitt Keetmanshoop-Kub der Nordsüdbahn Windhuk-Keetmanshoop in Deutsch-Südwestafrika. - Beide Systeme arbeiten anstandslos zusammen und sind selbsttätig wirkend, d.h. im Falle eines Bruchs der Bremsleitung (Zugtrennung) erfolgt die Bremsung von selbst. Auf der Otavibahn ist für die Personenzüge die Luftdruck-B. von Schleifer eingeführt.

Baltzer.