Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 240

Bremsenschwindel, Erkrankung der Schafe, die durch die Larven einer Fliege, der Schafbremse (Oestrus ovis) hervorgerufen wird. Die Fliege setzt ihre Larven in die Umgebung der Naseneingänge der Schafe ab; die Larven wandern in die Nase und in ihr empor und entwickeln sich hier oder in der Stirn-, Kiefer- oder Hornzapfenhöhle im Verlaufe von etwa 9 Monaten zu 2-3 cm langen reifen Larven, die hierauf auswandern, um sich im Freien zu verpuppen. Bei Anwesenheit zahlreicher Oestruslarven in den genannten Kopfhöhlen des Schafes entwickelt sich ein chronischer Nasen-, Stirn- und Kieferhöhlenkatarrh. Die Tiere zeigen in leichteren Fällen Nasenausfluß, Niesen und machen häufig schüttelnde oder schleudernde Bewegungen mit dem Kopfe (Schleuderkrankheit), in den höheren Graden beobachtet man Eingenommenheit des Kopfes, Schwindelanfälle (Bremsenschwindel), Taumeln, Krämpfe, Erscheinungen, unter denen die Tiere zugrunde gehen können. Der B. ist in Deutsch-Südwestafrika festgestellt worden.

v. Ostertag.