Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 241

Briefsendungen. Zu den B. rechnet man gewöhnliche und eingeschriebene Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben (Muster) und Geschäftspapiere. Für B. gelten im Verkehr zwischen dem Mutterlande und den Schutzgebieten sowie zwischen den Schutzgebieten untereinander seit dem 1. Mai 1899 die Portosätze des inneren deutschen Verkehrs (für Briefe frankiert bis 20 g 10 Pf. , bis 250 g 20 Pf.) mit der Erweiterung, daß das Meistgewicht der Briefe nicht wie im innern deutschen Verkehr auf 250 g beschränkt ist, vielmehr darüber hinausgehen kann, und Briefe von 250-260 g 140 Pf., über 260 g hinaus für jede weiteren 20 g wie im Weltpostverkehr 10 Pf. kosten und daß die Gebühr für Drucksachen, für Geschäftspapiere und für Sendungen, welche Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere zusammengepackt enthalten, bei dem das innerhalb Deutschlands geltende Höchstgewicht überschreitenden Gewicht von mehr als 1 kg bis zu 2 kg 60 Pf. beträgt. Vor dem 1. Mai 1899 galten die Schutzgebiete Deutschland gegenüber und im Verkehr untereinander als Ausland; die B. unterlagen daher auch in den Gewichtsstufen bis 250 g bei Briefen und bei Postkarten, Drucksachen usw. allgemein den höheren Taxen des Weltpostvereins. Deutschland ist dem Beispiel der meisten europäischen Nationen gefolgt, den Briefverkehr zwischen Mutterland und Kolonien durch billigere Brieftaxen zu fördern. Das Reichs-Postamt gibt nach Bedürfnis Post- und Telegraphen-Nachrichten für den Verkehr zwischen Deutschland und seinen Schutzgebieten heraus, aus denen die Taxen für Briefsendungen, für Briefe und Kästchen mit Wertangabe, für Postpakete und Postfrachtstücke, Postanweisungen usw. (die Postverbindungen, Telegraphenverbindungen und Gebühren für Telegramme) zu ersehen sind. (S. die Einzelartikel.) Die erste Ausgabe nach dem Stande vom 1. Juli 1913 ist bereits erschienen.

Puche.