Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 246 f.

Bubandjidda.

1. Landschaft in Kamerun in der Residentur Adamaua, im Flußgebiet des oberen Benue und seiner Nebenflüsse Mao Rei oder Mao Schufi und Mao Schina. Sie umfaßt vom Durchbruch des Benue bei Lagdo an aufwärts die schottererfüllte Ebene des Benue und seiner Nebenflüsse und das südlicher gelegene Inselbergplateau von B., sowie einen Teil des Nordrandes des Ngaunderehochlands. Im Süden fällt der Mittel- und Unterlauf des Wina, dessen rechter Nebenfluß Mbere die Grenze bildet, und einige andere linke Nebenflüsse des Logone in dies Gebiet. Die heidnischen Urbewohner sind die Dama am Benue, die Mba und Laka im Südosten. Die Hauptstadt Rei Buba am Schufi soll schon von ihnen befestigt worden sein. Sie waren als gute Schmiede berühmt.

2. Fulbestaat, begründet von dem kraftvollen Heerführer Buba und nach ihm und seiner Mutter Djidda B. genannt. Infolge seiner Abgelegenheit machte sich der neue Staat bald vom Emirat Jola unabhängig und lebte mit ihm in ständiger Fehde. Seine despotischen Regenten lebten von Krieg und Sklavenjagden, sie widerstanden lange erfolgreich dem Vordringen europäischer Forscher. Dabei kam es des öftern zu blutigen Zusammenstößen mit deutschen Truppen. Die Hauptstadt Rei Buba liegt vielleicht mit Rücksicht auf ihre leichtere Verteidigung in einer sehr leuchten Niederung östlich des Mao Schufi. Sie ist mit einer Lehmmauer umgeben; aus Lehm ist auch der Palast des Lamido. Nördlich davon die Stadt Djirum, an der die Herrscher von B. zweimal eine schwere Niederlage erlitten, 1893 von der v. Üchtritzschen Expedition und 1901 durch Ratke.

Literatur: Barth II. - Passarge, Adamaua.

Passarge-Rathjens.