Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 247

Buchka, Gerhard v., geb. 22. Dez. 1851 in Neustrelitz in Mecklenburg, war 1870/71 Freiwilliger im 1. Mecklenburger Dragonerregiment, widmete sich dann der Richterlaufbahn in Mecklenburg, Dr. jur., war 1886/98 Oberlandesgerichtsrat in Rostock. 1893/98 gehörte er dem Reichstag als Mitglied der konservativen Partei an. Vom 1. April 1898 bis 12. Juni 1900 war er Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts. In die Zeit seiner Amtsführung Fallen u.a. die Rücknahme des bis dahin der Neuguinea-Kompagnie (s.d.) überlassenen Deutsch-Neuguinea in die Verwaltung des Reichs, die Erweiterung des deutschen Kolonialbesitzes in der Südsee durch den Erwerb der Karolinen und Samoas (s. Kolonialgeschichte Deutschlands) und die Bestrebungen, durch Verleihung von Land- und Bergrechten an große Gesellschaften die Erschließung Kameruns zu fördern (s. Landkonzessionen). Am 12. Juni 1900 wurde v. B. in den einstweiligen Ruhestand versetzt, 1909 in den dauernden. Er ist Direktor des Großh. Konsistoriums zu Rostock und komm. Vizekanzler der Universität Rostock. v. B. schrieb: Vergleichende Darstellung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des gemeinen Rechts, Berl. 1897/99; Landesprivatrecht der Großherzogtümer Mecklenburg, Halle 1905.