Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 247 f.

Buchner, Charles, Dr. theol., geb. 5. Okt. 1842 in Irwinhill in Jamaika als der Sohn eines Missionars, gest. 2. Jan. 1907 in Herrnhut, seit 1889 Mitglied der Missionsdirektion der Brüdergemeine (s.d.), seit 1896 deren Vorsitzender. Als die Brüdergemeine zu ihrer Njassamission von der Londoner Mission die Station Urambo übernahm, stellte B. die Aufgabe, durch die Errichtung einer Kette von Stationen ein großes zusammenhängendes Missionsgebiet zu schaffen und unter Verwendung eingeborener Hilfskräfte weitgreifende Evangelisationsarbeit zu treiben. Diese Abweichung von den altherrnhutischen Missionsprinzipien wurde durch die bisher gemachten Erfahrungen legitimiert. Um die Brüdergemeine instand zu setzen, das deutsch- ostafrikanische Missionsgebiet in Angriff zu nehmen, hat B. eine durchgreifende Reorganisation ihres Missionswerkes in der Richtung eingeleitet, die älteren Missionsgebiete finanziell und kirchlich zu verselbständigen. Über die Grenzen seiner Kirchengemeinschaft hinaus hat er das deutsche Missionswesen mannigfach angeregt und gefördert, als Vorsitzender des Ausschusses der deutschen Missionen (seit 1905) und durch die Pflege des Zusammenhangs zwischen den verschiedenen Missionskreisen. Als Mitglied des Kolonialrats hat B. sich besondere Verdienste erworben. B. veröffentlichte: Acht Monate in Südafrika, Schilderung der dortigen Mission der Brüdergemeine, 1894, und Aufsätze in der Allgemeinen Missionszeitschrift 1894/1907, und in den Verhandlungen des deutschen Kolonialkongresses 1905.

Literatur: Nachrufe im Missionsblatt der Brüdergemeinde 1907, Febr. - Allgemeine Missionszeitschrift 1907, 123-135. - Bas1er Missions-Magazin 1907, S. 116 ff.