Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 248

Buddu, Landschaft in Deutsch- Ostafrika, nördlich vom großen südwärts gerichteten Bogen des Unterlaufes des Kagera (s.d.). Nördlich der Mündung des Flusses zieht sich die Landschaft etwa 60 km am Ufer des Victoriasees hin, insgesamt etwa 3000 qkm groß. Davon entfallen rund 1000 qkm auf den deutschen Anteil zwischen dem Kagerabogen und l° s. Br. Hügeliges Land, in dem die Quarzite und Tonschiefer der Zwischenseenformation (s. Zwischenseengebiet) zutage treten, wechselt ab mit den vielfach sehr feuchten Alluvialböden der Kageraniederung, die zum Teil mit Grasland, zum Teil mit Wäldern bedeckt ist; der letzteren Gesamtgröße wird auf etwa 200 qkm geschätzt. Das ganze wirtschaftlich wertvolle Waldgebiet wird von den Europäern als Minsirowald (s.d.) bezeichnet und gehört pflanzengeographisch zur afrikanischen Hyläa (s. Deutsch- Ostafrika 6). Deutsch-B. gehört zur Residentur Bukoba und steht unter einem der vielen Sultane jenes Bezirks. Die Eingeborenen, deren Zahl 1912 nach amtlicher Schätzung rund 9700 betrug, gehören zu den Waganda (s.d.).

Uhlig.