Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 248 f.

Buea (s. Tafel 20 u. 77). B. ist der Sitz des Gouvernements von Kamerun. Es liegt am südöstlichen Abhang des Kamerunberges auf einer Terrasse in 985 m Höhe. Wegen der schlechten Gesundheitsverhältnisse in Duala (s.d.) wurde die Regierungsstation nach B. verlegt. B. hat starke Regenfälle und ein kühles nebelreiches Gebirgsklima, ist aber frei von Malaria und im allgemeinen als gesund zu bezeichnen. 1909 wurde es beim Ausbruch des Kamerunbergs durch ein Erdbeben heimgesucht. Eine Straße verbindet es mit Soppo und Victoria. Soppo, das in 800 m Höhe unterhalb B. gelegen und mit Victoria durch eine Bahn verbunden ist, ist der Sitz des Kommandos der Schutztruppe. Außer dem Palast des Gouverneurs und den Regierungsgebäuden befinden sich in B. das Obergericht, die Zollverwaltung, die Bauverwaltung, eine Postagentur und eine Niederlassung der Baseler Missionsgesellschaft. Die Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft "Victoria" und die Firma Woermann & Co. haben in B. Faktoreien. B. ist durch Telegraph und Telephon mit Duala verbunden. (Niederschlagstabelle s. Kamerun.) Schon frühzeitig war die Gegend von Buea ihrer klimatischen Verhältnisse wegen für Stationsanlage (Erholungsstation) in Aussicht genommen. Die Buealeute aber verhielten sich der deutschen Regierung gegenüber so vollständig ablehnend und dauernd feindselig, daß wiederholtes Einschreiten mit Waffengewalt nötig wurde und erst die gewaltsame Verpflanzung der Bewohner dauernd friedliche Zustände herbeiführte. 5. Nov. 1891: Expedition v. Gravenreuths (s.d.); Buea gestürmt; der Führer fällt; Oblt. v. Stetten verwundet. 22. Dez. 1894: Expedition v. Stetten (s.d.); Buea zum zweitenmal gestürmt; Buealeute bitten März 1894 um Frieden. Ende 1899: Die Buealeute, die sich gegen die festgesetzten Friedensbedingungen renitent zeigen und in letzter Zeit offen gegen die Station Buea auflehnten, angewiesen, mit ihren Familien die Ortschaft zu verlassen und sich auf dem herrenlosen Gelände bei Dorf Massuma anzusiedeln. B. hat folgende Viehzuchtstationen: a) Sennerei B., begründet 1898. Reinzucht des Allgäuer Rindes; b) Vorwerk B., begründet 1901. Kreuzungszucht zwischen Allgäuer Bullen und dem einheimischen (buckellosen) Waldlandrind; Schweinezucht; Ackerbaubetrieb zur Gewinnung von Kraftfutter für die Heerden (KolBl. 1912 Nr. 6). Oberleitung in Händen der Verwaltungsstation B.; weißes Personal je 1 Senne.