Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 249

Buem, auch Buému und Ofáma bezeichnet, Land im Verwaltungsbezirk Misahöhe in Mitteltogo, welches politisch die Landschaften Borada, Worawora, Guámang, Bowiri, Akpafu (s.d.) und Santrokofi (s.d.) umfaßt. Dem Oberhäuptling von B. ist früher wohl auch die Landschaft Tapa und der westlichste Teil von Akposso (Litime) untertan gewesen. Der B.stamm im engeren Sinne befindet sich in der Landschaft Borada (Hauptort Borada), der sich sein eigenes Stammesidiom, die Lefanasprache, erhalten hat. Neben Lefana wird in Borada Tschi als Hauptverkehrssprache gesprochen. In der Landschaft Borada ist ferner noch eine isolierte Sprachinsel in Tetémang erhalten geblieben. In den Landschaften Worawora und Guámang wird gleichfalls Tschi gesprochen; das frühere Stammesidiom der Woraworaleute, die Borosprache, ist verschollen. Der Bowiristamm umfaßt 3 Dörfer; er spricht eine besondere Sprache. In Bowiri ist, wie in Akpafu und Santrokofi, das Lehmkastenhaus die übliche Hüttenform. Die Lefana sprechenden Boradaleute, die Worawora-, Bowiri-, Akpafu- und Tetémangleute gehören den zahlreichen Splitterstämmen Süd- und Mitteltogos an, deren Einreihung in eine der bekannten großen Völkergruppen nach den bisherigen Forschungen noch nicht möglich war. Die Ewesprache, welche in B. als Schulsprache eingeführt worden ist, wird dort voraussichtlich die herrschende Sprache werden. B. gehört zu den waldreichsten Gebieten Togos; Kolabäume von Cola vera kommen teils wild, teils in Kultur vor.

Literatur: Dr. H. Gruner, Begleitworte zur Karte des Sechsherrenstocks (Amandeto) in Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1913. - Dr. Asmis, Die Stammesrechte der Bezirke Misahöhe, Anecho und Lome-Land, Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft, Bd. XXVI, Stuttg. 1911. - R. Plehn, Beiträge zur Völkerkunde, des Togogebietes. Halle 1898. - A. Seidel, Beiträge zur Kenntnis der Sprachen in Togo, in Zeitschr. f. a. u. oc. Spr. 1898. - D. Westermann, Sprachstudien aus dem Gebiete der Sudansprachen, Mitt. d. Orient. Sem. 1910.

Zech.