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Buka.
1. B. ist die nördlichste Insel der Salomoninseln in Deutsch-Neuguinea, seit 1886 in deutschem
Besitz, zwischen 5° 0' bis 29' s. Br. und 54° 30' - 40' ö. L. B. besteht
im Norden und Osten aus terrassenförmig bis über 90 m aufsteigendem
Korallenkalk,
während den Südwesten meridional streichend das aus Andesiten und dessen
Tuffen aufgebaute Parkinsongebirge
einnimmt, dessen Fortsetzung die westlichen Kayserinseln darstellen. Ein Saumriff, an dem
gewöhnlich eine heftige Brandung steht, begleitet die steile aber dicht
bevölkerte Nord- und Ostküste; der Westküste dagegen folgt ein Saumriff
mit einer Anzahl flacher Koralleninseln.
Die wegen energischer Gezeitenströmungen schwierig zu befahrende Buka-
oder König- Albertstraße trennt die Insel vom benachbarten Bougainville. B. schließt mit den Kayserinseln
und der gehobenen Korallenkalkinsel Sahona einen trefflichen aber
engräumigen
Hafen ein; ein weiterer guter und sehr geräumiger
Hafen
ist der Carolahafen im Nordwesten
der Insel. Die Insel ist gut besiedelt, im Innern aber noch großenteils
mit Urwald, an der Westküste mit Mangroven bestanden. Die Bewässerung ist nur in
den Gebieten der Eruptivgesteine und ihrer Tuffe gut, während im
Kalkgebiet
Quellen und Bäche sehr selten sind und die Bevölkerung sich meist aus
offenen Teichen mit Trinkwasser versorgen muß. Die Insel wurde 1767 von
Carteret, 1768 von Bougainville gesehen, später wurde die Küste von
englischen
und deutschen Kriegsschiffen aufgenommen. Das Innere ist noch sehr wenig
bekannt. Eine doppelte Durchquerung vollführten Friederici
und Schön 1909. Die Verwaltung von
B. untersteht der Regierungsstation Kieta
(s.d.); im übrigen gehört sie zum Bezirke
des Bezirksgerichts sowie des Obergerichts in Rabaul.
Die standesamtlichen Geschäfte für B. liegen dem Stationsleiter in Kieta ob. Die Eingeborenenbevölkerung in B.
beträgt
5326 Personen, unter denen sich 2268 Männer und 1577 Frauen (1913)
befinden.
Die Insel ist heute in die Verwaltungsorganisation einbezogen, und es
wird auch von den Eingeborenen bereits eine Kopfsteuer erhoben. An europäischen
Unternehmungen
hat es bis vor kurzem auf der Insel noch gefehlt, neuerdings sind aber
auch hier Pflanzungen angelegt
worden.
Die Missionierung der Insel erfolgt durch die Katholische Mission der Maristen (s.d. u. Bougainville).
Der Verkehr mit der Insel wird nach Bedarf durch den
Dampfer "Sumatra" unterhalten. Seit Juli 1913 besteht in B. eine
Postanstalt,
deren Tätigkeit sich auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen und
eingeschriebenen Briefsendungen
erstreckt. (Vgl. Sapper, "Buka" in Mitt. a.d.d. Schutzgeb. 1910, S. 193-
206.)
Über Klima, Pflanzenwelt, Tierwelt,
Bevölkerung
s. Salomoninseln und Bismarckarchipel (s.a. Tafel 180).
2. Unter B. bezeichnet man auch die Eingeborenen der Insel Buka sowie
anderer
Gebiete der Salomoninseln (s.d.). In Deutsch-Neuguinea wird der Name B.
häufig für sämtliche Salomoninsulaner gebraucht.
Sapper. Krauß.
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