Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 251 f.

Buka.

1. B. ist die nördlichste Insel der Salomoninseln in Deutsch-Neuguinea, seit 1886 in deutschem Besitz, zwischen 5° 0' bis 29' s. Br. und 54° 30' - 40' ö. L. B. besteht im Norden und Osten aus terrassenförmig bis über 90 m aufsteigendem Korallenkalk, während den Südwesten meridional streichend das aus Andesiten und dessen Tuffen aufgebaute Parkinsongebirge einnimmt, dessen Fortsetzung die westlichen Kayserinseln darstellen. Ein Saumriff, an dem gewöhnlich eine heftige Brandung steht, begleitet die steile aber dicht bevölkerte Nord- und Ostküste; der Westküste dagegen folgt ein Saumriff mit einer Anzahl flacher Koralleninseln. Die wegen energischer Gezeitenströmungen schwierig zu befahrende Buka- oder König- Albertstraße trennt die Insel vom benachbarten Bougainville. B. schließt mit den Kayserinseln und der gehobenen Korallenkalkinsel Sahona einen trefflichen aber engräumigen Hafen ein; ein weiterer guter und sehr geräumiger Hafen ist der Carolahafen im Nordwesten der Insel. Die Insel ist gut besiedelt, im Innern aber noch großenteils mit Urwald, an der Westküste mit Mangroven bestanden. Die Bewässerung ist nur in den Gebieten der Eruptivgesteine und ihrer Tuffe gut, während im Kalkgebiet Quellen und Bäche sehr selten sind und die Bevölkerung sich meist aus offenen Teichen mit Trinkwasser versorgen muß. Die Insel wurde 1767 von Carteret, 1768 von Bougainville gesehen, später wurde die Küste von englischen und deutschen Kriegsschiffen aufgenommen. Das Innere ist noch sehr wenig bekannt. Eine doppelte Durchquerung vollführten Friederici und Schön 1909. Die Verwaltung von B. untersteht der Regierungsstation Kieta (s.d.); im übrigen gehört sie zum Bezirke des Bezirksgerichts sowie des Obergerichts in Rabaul. Die standesamtlichen Geschäfte für B. liegen dem Stationsleiter in Kieta ob. Die Eingeborenenbevölkerung in B. beträgt 5326 Personen, unter denen sich 2268 Männer und 1577 Frauen (1913) befinden. Die Insel ist heute in die Verwaltungsorganisation einbezogen, und es wird auch von den Eingeborenen bereits eine Kopfsteuer erhoben. An europäischen Unternehmungen hat es bis vor kurzem auf der Insel noch gefehlt, neuerdings sind aber auch hier Pflanzungen angelegt worden. Die Missionierung der Insel erfolgt durch die Katholische Mission der Maristen (s.d. u. Bougainville). Der Verkehr mit der Insel wird nach Bedarf durch den Dampfer "Sumatra" unterhalten. Seit Juli 1913 besteht in B. eine Postanstalt, deren Tätigkeit sich auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefsendungen erstreckt. (Vgl. Sapper, "Buka" in Mitt. a.d.d. Schutzgeb. 1910, S. 193- 206.) Über Klima, Pflanzenwelt, Tierwelt, Bevölkerung s. Salomoninseln und Bismarckarchipel (s.a. Tafel 180).

2. Unter B. bezeichnet man auch die Eingeborenen der Insel Buka sowie anderer Gebiete der Salomoninseln (s.d.). In Deutsch-Neuguinea wird der Name B. häufig für sämtliche Salomoninsulaner gebraucht.

Sapper. Krauß.