Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 253

Bule, Bulu oder Buli, ein Stamm der Fang (s.d.), der im Urwaldgebiet Kameruns auf dem Hochland zwischen dem Njong und dem Kampo, im Osten bis zum Dscha, sitzt. Die B. setzen sich etwa aus 50 Unterstämmen zusammen, deren Dörfer aber bunt gemischt untereinander verteilt sind. Teilweise ist ihr Gebiet sehr dicht bevölkert, z. B. hat Zimmermann in einem Gebiete von 1200 qkm, die er bereist hat, etwa 10000 Einwohner geschätzt, das sind also auf 1 qkm 9 Einwohner. Die Frauen sind um 1/7 zahlreicher als die Männer. Einzelne größere Stämme der Bule sind Esakoi, Jewo, Bijang und Jenjok. Der B.-Aufstand 1899 (s. Aufstand) endete mit der Begründung der Station Ebolova. Die Bauart der Hütten und Dörfer ist die für die Fang (s.d.) typische. An Haustieren sind nur Hühner in großer Anzahl vorhanden, in einzelnen Dörfern aber auch Schafe und Ziegen. Angebaut wird vor allem die Banane, ferner Mais, Yams, Erdnuß und Zuckerrohr. Die Ölpalme kommt nur im Westen in größeren Beständen vor, wenn sie auch in einzelnen Exemplaren überall vorhanden ist. Ebenso wird Tabak nur in geringen Quantitäten angebaut. Ein paar Belegstücke aus dem stofflichen Kulturbesitz der B. geben die Abb. 2 u. 5 der farbigen Tafel Kamerun wieder; Abb. 2 eine Tanzmaske, über deren Gebrauch und Bedeutung bis jetzt leider nichts Näheres bekannt ist, und Abb. 5 ein aus Metallblech höchst sauber gearbeitetes Pulvergefäß.

Passarge-Rathjens.